Politik

"Der Butler" und Barack Obama Eine Geschichte für feuchte Augen

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Forest Whitaker als Butler.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Ein Film über einen schwarzen Butler im Weißen Haus rührt den amtierenden Präsidenten in den USA zu Tränen. Der Sohn von Ronald Reagan ist nicht begeistert von dem Streifen. Sehenswert ist er dennoch.

Das Weiße Haus muss sich mit Syrien, dem Kongress und der Wirtschaftslage beschäftigen. US-Präsident Barack Obama hatte allerdings die Gelegenheit, sich ein wenig zu entspannen und einen Film anzusehen. Zwar war Obama dabei sichtlich zu Tränen gerührt, doch verkörpert der Präsident im Grunde genommen das Happy End des Films.

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CNN-Moderator Jonathan Mann.

"Der Butler", ein Geschichtsdrama über den Kampf um Bürgerrechte in Amerika und die Auswirkungen auf einen Diener im Weißen Haus, ist zum Kinohit avanciert und führt seit dem offiziellen Start vor zwei Wochen die US-Kino-Charts an. In den nächsten Monaten soll der Streifen weltweit in die Kinos kommen.

"Ich sah mir den Film an und war den Tränen nahe", sagte Obama. "Und zwar nicht nur wegen des Butlers, der sein Leben lang im Weißen Haus arbeitete, sondern wegen einer ganzen Generation talentierter und fähiger Menschen, die aufgrund der Diskriminierung nicht weiterkommen konnten."

Der Starttermin des Films war gut gewählt, denn der "Marsch auf Washington" jährte sich diese Woche zum 50. Mal und Obama gedachte des Meilensteins der schwarzen Bürgerrechtsbewegung auf den Stufen des Lincoln Memorial. Dort hatte Martin Luther King 1963 seine legendäre Rede mit den unvergessenen Worten "I have a dream" (Ich habe einen Traum) gehalten.

Obamas Wahl zum Präsidenten ist der krönende Abschluss der realen Ereignisse, die eine Kulisse für die hervorragende schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers Forest Whitaker bilden: Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Eugene Allen, einem afroamerikanischen Butler, der im Weißen Haus insgesamt acht Präsidenten diente.

Der Film überschneidet sich an anderen verblüffenden Stellen mit der Realität: Talkshowkönigin und Gelegenheitsschauspielerin Oprah Winfrey spielt die Rolle von Whitakers Frau. Im echten Leben unterstützte die Milliardärin schon früh Obamas Präsidentschaftskandidatur und war sehr aktiv in seinem Wahlkampf.

Bei einem Radiointerview diese Woche nahm Obama die Gelegenheit wahr und revanchierte sich, indem er ihr und den anderen ein großes Lob aussprach. "Alle Schauspieler waren fantastisch. Forest Whitaker hat wunderbar gespielt. Und Oprah ist einfach eine tolle Schauspielerin."

Der Film hat jedoch nicht allen gefallen. Der "Weekly Standard", ein einflussreiches konservatives Wochenmagazin, schrieb: "'Der Butler' hat es geschafft, eine wirklich gute Geschichte in einen schlechten Film zu verwandeln."

Der Sohn des verstorbenen Präsidenten Ronald Reagan kritisierte die Darstellung seines Vaters beim Thema Apartheid in Südafrika. "Ich habe Mr. Allen, den echten Butler, gekannt und weiß zudem ein wenig über meinen Vater", schrieb Michael Reagan auf der Webseite Newsmax. "Ronald Reagan als Rassisten zu porträtieren, nur weil er sich dafür ausgesprochen hat, die Wirtschaftssanktionen gegen Südafrika aufzuheben, ist zu stark vereinfacht und unwahr."

Die Grausamkeit und der Mut von Amerikas langem Kampf gegen Rassentrennung können in einem einzigen Film nicht adäquat dargestellt werden. Wenn Sie die Gelegenheit finden, den Film "Der Butler" anzusehen, werden Sie nur kurze, stilisierte Ausschnitte aus der wahren Geschichte erhaschen. Allerdings können Sie dabei dennoch feuchte Augen bekommen.

Quelle: ntv.de

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