Politik

Britische Abgeordnete waren gierig Eine Million Pfund falscher Spesen

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(Foto: REUTERS)

In Großbritannien haben fast 400 Abgeordnete mehr Spesen abgerechnet als erlaubt. Einem Untersuchungsbericht zufolge müssten 390 Mitglieder des Parlaments insgesamt mehr als eine Million Pfund (rund 1,15 Millionen Euro) zurückzahlen. Davon sind bereits 800.000 Pfund eingegangen. Die Staatsanwaltschaft will heute bekanntgeben, ob sie gegen einzelne Parlamentarier Betrugsverfahren einleitet.

Die Abrechnungen seien nicht transparent und ließen Respekt für die rechtlichen Vorgaben vermissen, stellte Thomas Legg nach der Durchsicht der Spesenunterlagen von mehr als 750 Parlamentariern fest. Demnach setzten die Abgeordneten in den Jahren 2004 bis 2009 unter anderem Hypothekenzahlungen für Zweitwohnsitze oder Gartenarbeiten oder Ausgaben für ein schwimmendes Enten-Häuschen ab.

Den höchsten Betrag schuldet demnach die Ehefrau des Bestsellerautors Ken Follett. Barbara Follett hat rund 42.450 Pfund (knapp 49.000 Euro) zuviel abgerechnet. Nach eigenen Angaben hat die Labour-Politikerin diese Summe bereits zurückgezahlt. Follett erklärte, sie habe die Spesenrechnungen "in gutem Glauben in Übereinstimmung mit den damaligen Regeln" eingereicht.

Der Skandal beschäftigt Großbritannien seit Monaten und dürfte auch die Wahlen beeinflussen, die voraussichtlich im Mai angesetzt werden. Umfragen zufolge wollen die Briten eine neue Generation von Politikern nach London schicken und die Labour-Partei von Premierminister Gordon Brown abwählen.

Robinson wieder in den Schlagzeilen

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Der nächste Skandal für Iris Robinson.

(Foto: picture alliance / dpa)

Iris Robinson, die Ehefrau von Nordirlands Regierungschef Peter Robinson, rechnete laut einem Bericht der Zeitung "Belfast Telegraph" ein 1429 Pfund teures Luxusbett ab. Die 60-jährige Politikerin hatte 2008 eine Affäre mit dem damals 19-jährigen Café-Besitzer Kirk McCambley. Die Liebelei löste in Nordirland ein politisches Erdbeben aus, nachdem bekannt wurde, dass Robinson ihrem jugendlichen Liebhaber Zuschüsse in Höhe von 50. 000 Pfund (56.000 Euro) für die Eröffnung eines Cafés verschaffte.

Ihr Mann nahm nach Bekanntwerden des Skandals eine sechswöchige Auszeit von seinem Amt als Regierungschef, sie selbst trat als Abgeordnete zurück. Nachdem eine interne Untersuchung ihn vom Vorwurf entlastete, von den Machenschaften seiner Frau gewusst zu haben, trat Peter Robinson sein Amt am Mittwoch wieder an.

Quelle: ntv.de, rts/AFP