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Kims Neffe "in großer Gefahr" Ermittler: Nordkorea steckt hinter Gift-Mord

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Malaysische Ermittler machen Nordkorea für den Mord verantwortlich.

(Foto: picture alliance / Uncredited/AP)

Wer ließ den Halbbruder von Nordkoreas Herrscher Kim Jong Un ermorden? Für Malaysias Ermittler steht fest: Pjöngjang ist in die Tat verwickelt. Nun droht wohl besonders dem Sohn des Toten Gefahr.

Die malaysischen Ermittlungen haben nach Angaben Südkoreas ergeben, dass Nordkorea hinter dem mutmaßlichen Giftanschlag auf den Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, Kim Jong Nam, steckt. Dies sagte ein Sprecher des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums in Seoul. Dafür spreche auch, dass fünf Verdächtige aus Nordkorea kämen.

Andere im Quasi-Exil lebende Verwandte des jungen Staatschefs - wie etwa Kim Jong Uns 62-jähriger Onkel Pyong Il oder sein 35-jähriger Bruder Jong Chul- dürften nun um ihr Leben fürchten. "Da Kim Jong Un seine Terrorherrschaft fortsetzt, habe einige Vertreter von Pjöngjangs Elite angefangen, sich nach möglichen Alternativen umzusehen", sagte der frühere nordkoreanische Diplomat Koh Young Hwan, der nun von Seoul aus das Geschehen im Nachbarland kommentiert. Mögliche Persönlichkeiten, die an Stelle von Kim Jong Un als Staatsführer in Frage kommen könnten, seien "in großer Gefahr", warnt der Experte.

Schließlich ließ Kim bereits im Dezember 2013 seinen Onkel und Mentor Jang Song Thaek wegen angeblichen Verrats hinrichten. Der Tod der einstigen "Grauen Eminenz" sollte deutlich machen, wer in Nordkorea das Sagen hat. Jang Song Thaek war dafür bekannt, dass er Jong Nam beschützte und dessen aufwendigen Lebensstil finanzierte.

Sohn des Opfers droht große Gefahr

Nach dem Tod von Jong Nam könnte es vor allem dessen Sohn Han Sol treffen, sagt Koh. Einige Experten vermuten, dass Jong Nams Familie unter Chinas Schutz steht, um für den Fall eines Aufstands in Nordkorea die alte Führung zu ersetzen. Der 21-jährige Han Sol lebte mit seinen Eltern in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau. Er soll an der Pariser Universität Science Po studiert haben. Wo er sich derzeit aufhält, ist unbekannt.

2012 gab Han Sol ein Interview, in dem der damalige Schüler einen intelligenten, reflektierten und wortgewandten Eindruck machte. Er ließ durchblicken, dass er seine künftige Rolle durchaus in Nordkorea sieht: "Ich habe immer davon geträumt, eines Tages zurückzugehen und die Dinge besser zu machen, es allen Menschen dort leichter zu machen," sagte er.  Auf die Frage, warum sein Vater nicht Nachfolger von Kim Jong Il wurde, sagte Han Sol, dieser habe sich "nie wirklich für Politik interessiert". Seitdem schweigt Han Sol.

Auch nach Einschätzung des ehemaligen nordkoreanischen Militärvertreters und Leiters eines südkoreanischen Studieninstituts, Ahn Chan Il, ist Han Sol seit dem Tod seines Vaters zur möglichen nächsten Zielscheibe geworden: "Er hat Nordkorea einmal kritisiert und sich dann einige Jahre lang ruhig verhalten. Nachdem sein Vater nun vergiftet wurde, könnte er eines Tages erneut seine Stimme erheben."

Seit drei Generationen führen die Kims Nordkorea mit eiserner Faust. Ihr Familienstammbaum weist viele Namen von Mitgliedern auf, die entweder getötet oder ins Exil gezwungen wurden, weil sie den Machthabern zu gefährlich schienen.

Quelle: ntv.de, sgu/AFP