Politik

Justiz prüft dubiose Anstellung Ermittler schauen auf Wulffs Ex

6146650.jpg

Ein Bild aus alten Zeiten: Christian und Christiane Wulff beim Landespresseball in Hannover (2004).

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Und immer wieder Wulff: In der Affäre um den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff taucht nun auch der Name seiner Ex-Frau Christiane auf. Diese wurde Ende 2008 bei der Osnabrücker Rechtsanwaltskanzlei Schindhelm angestellt - erledigte aber keinerlei Arbeiten für die Kanzlei.

Die Staatsanwaltschaft Hannover beschäftigt sich jetzt auch mit der ehemaligen Frau des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff. Es geht um Christiane Wulffs Job-Neustart nach der Scheidung. Geprüft werde die strafrechtliche Relevanz der Beschäftigung beim Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers (PwC), teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Nach der Scheidung des Ehepaares wurde Christiane Wulff Ende 2008 bei der Osnabrücker Rechtsanwaltskanzlei Schindhelm angestellt, ohne dass sie für die Kanzlei tätig wurde. Diese Konstruktion begründete PwC-Chef Norbert Winkeljohann in der "Welt am Sonntag" damit, dass die Anstellung keine mediale Aufmerksamkeit hervorrufen sollte: "Um nicht Gegenstand der Berichterstattung zu werden, erfolgte die Anstellung durch Schindhelm. Die Arbeit von Frau Wulff fiel ausschließlich bei PwC an." Es handele sich aber nicht um ein Scheinarbeitsverhältnis.

Ein netter Freundschaftsdienst?

Winkeljohann, der wie Wulff aus Osnabrück stammt, hatte die Anstellung der Juristin dem Bericht zufolge eingefädelt, nachdem diese bei ihrer Jobsuche in Kontakt mit ihm getreten war. Demnach kennen sich Winkeljohann und Wulff seit vielen Jahren, lebten lange sogar in derselben Straße.

Die Osnabrücker Kanzlei Schindhelm hatte laut "Welt am Sonntag" früher zu PwC gehört. Zunächst hatte der "Stern" berichtet, dass die Prüffirma die Juristin auf Umwegen mehrere Jahre lang beschäftigt habe. Seit dem 1. März ist Christiane Wulff dem Bericht der Sonntagszeitung zufolge direkt bei PwC angestellt.

Brisant ist der Fall auch deshalb, weil PwC die Antragsunterlagen für die Vergabe einer Fünf-Millionen-Euro-Bürgschaft des Landes an den Filmunternehmer David Groenewold bewertet hat. Erst danach entschied der Landeskreditausschuss über die Vergabe. Groenewold soll seinem Freund Christian Wulff mehrere Urlaube bezahlt haben.

Quelle: ntv.de, dsi/AFP/dpa