Politik

UN bittet um Hilfe für Afghanistan "Es gibt keine feindlichen Kinder"

800 Esel mit mehr als 200 Tonnen Hilfsgüter - finanziert mit Spenden aus Deutschland - sind unterwegs in das Gebiet der afghanischen Nordallianz. Lebensmittel, Medikamente, Decken die den Menschen in der Region über den Winter helfen sollen. Doch das wird bei Weitem nicht ausreichen, fürchtet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF.

Die Spendenbereitschaft der Bundesbürger für Afghanistan sei noch zu gering, um dort den über 7,5 Millionen Menschen in Not wirksam helfen zu können, so das Urteil von UNICEF. In Berlin bat die Organisation daher erneut um Geldspenden für Flüchtlinge und Not leidende Kinder auf das Konto 300.000 bei der Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00).

"Es gibt keine feindlichen Kinder", betonte UNICEF-Geschäftsführer Dietrich Garlichs. Er bat, zwischen "Terroristen und den Not leidenden Menschen in Afghanistan" zu unterscheiden, die selbst Opfer der Auseinandersetzungen seien. UNICEF schätzt, dass in Afghanistan allein 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren dringend Hilfe brauchen, um den kommenden harten Winter zu überstehen.

Kindergräber um Flüchtlingslager

Der UNICEF-Sonderbeauftragte für Afghanistan in Berlin, Nigel Fisher, erklärte nach Rückkehr aus der Krisenregion, das Elend der Kinder sei unvorstellbar. "Bereits heute stirbt jedes vierte Kind in Afghanistan vor seinem fünften Geburtstag meist an Krankheit und Mangelernährung." Unter Flüchtlingskindern sei die Todesrate noch höher. "Die Friedhöfe rund um die Lager in Afghanistan sind voller Kindergräber", berichtete Fisher.

Humanitäre Hilfe rollt an

Nach den Terroranschlägen in den USA waren die Hilfslieferungen nach Afghanistan unterbrochen worden. Inzwischen sind wieder fünf UNICEF-Konvois mit rund 700 Tonnen Hilfsgüter nach Kabul, Herat, Jalabad und Kandahar unterwegs. Die Konvois bringen unter anderem Decken, Medikamente, Winterkleidung, hochproteinhaltige Zusatznahrung für Kinder sowie Planen und Seile, um Unterkünfte winterfest zu machen. Ferner werden Materialien zur Wasseraufbereitung geliefert. Gleichzeitig würden Transportflüge mit Überlebensgütern aus dem zentralen UNICEF-Warenlager in Kopenhagen nach Pakistan, Iran und Turkmenistan durchgeführt, hieß es.

Angesichts eines möglichen Militärschlags gegen Afghanistan hat UNICEF die Nachbarländer aufgerufen, den Zugang zu Menschen in Not sicher zu stellen. Im Notfall sollten die Länder auch ihre Grenzen für Hilfsbedürftige öffnen.

Quelle: ntv.de

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