Politik

Reaktionen auf den Minsk-Gipfel "Es ist noch sehr, sehr viel Arbeit notwendig"

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(Foto: AP)

Mehr als 17 Stunden verhandeln die Staatschefs in Minsk. Und nun? Putin spricht von einem "guten Morgen", die Kanzlerin sieht eine "reale Chance". Außenminister Steinmeier äußert sich verhaltener.

Russlands Präsident Wladimir Putin: "Das war nicht die beste Nacht meines Lebens. Aber der Morgen erscheint mir gut, weil wir uns trotz aller Schwierigkeiten im Verhandlungsprozess auf das Wichtigste einigen konnten. Leider lehnt die Regierung in Kiew direkte Gespräche mit den Vertretern aus Donezk und Luhansk ab. Für langfristige Beziehungen brauchen wir direkte Kontakte zwischen beiden Seiten. … Wir haben eine Waffenruhe vereinbart, einen Abzug von schweren Waffen von der Frontlinie. … Wir rufen beide Seiten auf, sich zu mäßigen und das Blutvergießen so schnell wie möglich zu beenden."

Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Ich habe keine Illusion, wir (Merkel und François Hollande) haben keine Illusion: Es ist noch sehr, sehr viel Arbeit notwendig. Es werden noch große Hürden vor uns liegen. Es gibt aber eine reale Chance, die Dinge zum Besseren zu wenden. Wir haben Hoffnung - wir haben zwar noch nicht alles erreicht, aber wir haben eine ganz ernsthafte Hoffnung für die Ukraine und damit auch für Europa. Wir als Chefs des Normandie-Formats (Deutschland, Frankreich, Russland und die Ukraine) haben uns verpflichtet, dass wir diesen Prozess der Implementierung überwachen und dass wir alles in unserer Kraft Stehende tun, um ihn auch weiter zu begleiten."

Frankreichs Präsident François Hollande: "Wir haben nun eine sehr lange Nacht hinter uns gebracht und wir haben auch einen langen Vormittag hinter uns gebracht, aber wir haben es geschafft, zu einer Übereinkunft zu kommen. ... Wir haben Hoffnung - wir haben zwar noch nicht alles erreicht, aber wir haben eine ganz ernsthafte Hoffnung für die Ukraine und damit auch für Europa, und wir haben wieder einmal gezeigt, dass das deutsch-französische Tandem in der Lage ist, etwas für den Frieden zu tun."

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier: "Die heutige Vereinbarung ist keine umfassende Lösung, und schon gar kein Durchbruch. Aber Minsk II könnte nach Wochen der Gewalt ein Schritt sein, der uns von einer militärischen Eskalationsspirale weg und hin zu politischem Momentum führen könnte. Wir haben erstmals klare zeitliche Vorgaben für die Umsetzung von Minsker Verpflichtungen - zu Wahlen, Grenzkontrollen, Gefangenenaustausch, um nur einige zu nennen. Manchem wird das nicht reichen. Auch wir hätten uns mehr gewünscht. Aber es ist das, auf das sich heute Nacht die Präsidenten der Ukraine und Russlands einigen konnten."

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz: "Ich glaube, dass ein Waffenstillstand in der jetzigen Situation ein großer Fortschritt ist. [...] Wenn nicht geschossen wird, wird miteinander geredet."

Der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin: "Nach den Marathonverhandlungen sind alle erschöpft und an der Grenze der physischen Möglichkeiten. Aber Poroschenko verhandelt und schützt die Interessen des Landes."

Separatistenführer Alexander Sachartschenko: "Mit diesem Schritt haben wir der Ukraine geholfen, sich zu wandeln. In Kürze werden wir eine andere Ukraine sehen."

Weißrusslands Präsident und Gipfel-Gastgeber Alexander Lukaschenko: "Sie aßen Eier, Käse und Milchprodukte - und tranken ein paar Eimer Kaffee."

Quelle: ntv.de, dpa/AFP/rts

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