Politik

Wissing soll Vorschlag vorlegen Esken fordert "Weiterentwicklung des 9-Euro-Tickets"

304022906.jpg

Der öffentliche Nahverkehr wird durch das 9-Euro-Ticket stark belastet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zwar hat Finanzminister Lindner der weiteren Finanzierung des 9-Euro-Tickets bereits eine Absage erteilt. Die Stimmen für die Fortführung eines günstigen ÖPNV-Tickets mehren sich allerdings. SPD-Chefin Esken erwartet vom Verkehrsministerium nun ganz konkrete Schritte.

SPD-Chefin Saskia Esken dringt auf ein Nachfolgeangebot zum 9-Euro-Ticket. "Die Erfahrungen mit dem 9-Euro-Ticket sollten wir nun auswerten und daraus ein Konzept für einen attraktiven, einfachen und bezahlbaren ÖPNV entwickeln", sagte sie der Funke Mediengruppe. Esken fordert Verkehrsminister Volker Wissing und sein Ministerium auf, zügig mit den Ampel-Fraktionen und den Bundesländern ins Gespräch zu gehen und einen geeigneten Vorschlag für die Weiterentwicklung des 9-Euro-Tickets vorzulegen.

Zuvor hatte Bundesfinanzminister Christian Lindner eine weitere Finanzierung des 9-Euro-Tickets oder eines Nachfolgeangebots strikt abgelehnt. "Das 9-Euro-Ticket ist eine befristete Maßnahme, genau wie der Tankrabatt. Deshalb sind im Bundeshaushalt weder eine Fortsetzung des Tankrabatts noch Mittel für eine Anschlussregelung für das 9-Euro-Ticket vorgesehen", sagte der FDP-Vorsitzende den Funke-Zeitungen.

Beim 9-Euro-Ticket finanzierten Steuerzahler ein nicht kostendeckendes Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr, kritisierte Lindner. "Es zahlen damit auch diejenigen, die das Angebot selbst im ländlichen Raum gar nicht nutzen können." Das Konzept überzeuge ihn nicht. "Jedenfalls könnte der Bund es nicht bezahlen, da im Jahr 2023 die Schuldenbremse wieder eingehalten werden muss."

Linke plädiert für 365-Euro-Ticket

Dem widerspricht Esken: "Das 9-Euro-Ticket ist ein voller Erfolg und hat gezeigt, wie groß der Bedarf an einfachen und kostengünstigen Angeboten im öffentlichen Personennahverkehr ist." Gleichzeitig sei deutlich geworden, dass es vielerorts noch an Verbindungen mit Bussen und Bahnen fehle.

Auch der Städte- und Gemeindebund kritisiert Lindners ablehnende Haltung zu einer Fortführung des günstigen Nahverkehrs-Tickets. "Natürlich sind auch die Bundesmittel begrenzt, andererseits hat die Koalition sich zum Klimaschutz und zur Verkehrswende bekannt. Diesen Worten müssen jetzt Taten folgen. Investitionen in Busse und Bahnen sind eine Investition in die Zukunft", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. "Die Verkehrswende erfordert ein einfaches und günstiges Ticket, das überall gilt, zum Beispiel zum Preis von 365 Euro im Jahr."

Dies fordert auch die Parteichefin der Linken, Janine Wissler. Zur Finanzierung des 365-Euro-Tickets schlägt Wissler die Abschaffung steuerlicher Begünstigungen von Dienstwagen vor. "Es wäre fatal, wenn das 9-Euro-Ticket Ende August ersatzlos auslaufen würde", sagte Wissler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und warnte vor einer "Rückkehr in den Tarifdschungel hoher Ticketpreise".

Quelle: ntv.de, spl

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen