Politik

"James Murdoch stellt es falsch dar" Ex-Chefredakteur erhebt Vorwürfe

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James Murdoch auf dem Weg zur Befragung, bei der er dann nicht ganz die Wahrheit gesagt haben soll.

(Foto: AP)

Was wusste James Murdoch wann? Seine früheren Angestellten äußern erhebliche Zweifel an der Version, die der Murdoch-Sohn vor dem Unterhausausschuss entworfen hat. Noch ist von einem "Irrtum" die Rede, der Vorwurf der Lüge steht allerdings im Raum.

Der frühere Chefredakteur des Skandalblattes "News of the World" hat dem Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch, James Murdoch, unrichtige Angaben in der Abhöraffäre vorgeworfen. Der Europachef des Murdoch-Medienimperiums News Corp. habe sich in einem Sonderausschuss des britischen Parlamentes am vergangenen Dienstag in mindestens einem Fall "geirrt".

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Myler mit der letzten Ausgabe der "News of the World"

(Foto: dpa)

Das teilten der frühere Chefredakteur des Blattes, Colin Myler, sowie der ehemalige Rechtsanwalt des "News of the World"-Verlages News International, Tom Crone, mit. James Murdoch könnte nun aufgefordert werden, die Sache klarzustellen, hieß es von dem Komitee, das sich der Aufklärung des seit Jahren laufenden Skandals verpflichtet hat.

Bei den Vorwürfen geht es um die Frage, ob James Murdoch frühzeitig von einer E-Mail gewusst hatte, die Hinweise darauf gab, dass die Abhörpraktiken bei "News of the World" keinesfalls nur die Tat eines einzelnen Journalisten waren. Murdoch hatte gesagt, er habe dieses Schriftstück erst später gesehen. Myler und Crone erklärten, sie hätten Murdoch über die E-Mail informiert.

Dieser antwortete darauf mit einer Erklärung, wonach er seine Aussage vor dem Parlamentsausschuss aufrechterhalte. Der Ausschussvorsitzende John Whittingdale sagte, Murdoch solle zu den widersprüchlichen Aussagen befragt werden.

Bei der Anhörung hatten die beiden Murdochs die Verantwortung für die Abhöraffäre von sich gewiesen und die Schuld anderen gegeben. Die "News of the "News of the World" war vor Kurzem eingestellt worden, als herauskam, dass Journalisten nicht nur Prominente abgehört und Polizisten bestochen, sondern auch Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens geknackt hatten. Premierminister David Cameron steht wegen seiner einst engen Kontakte zu Murdoch-Medien ebenfalls in der Kritik.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts