Politik

20 Jahre im Nahen Osten Ex-Terroristin stellt sich

Die mutmaßliche RAF-Terroristin Sabine Callsen hat sich am Freitagmorgen auf dem Frankfurter Flughafen der Bundesanwaltschaft gestellt. Dies teilte die Karlsruher Behörde mit.

Die 42-Jährige sei aus dem Nahen Osten eingereist. Dort habe sie fast 20 Jahre gelebt. Dass sich Callsen den Behörden stellte, sei erwartet und mit ihrem Verteidiger besprochen worden.

Nach Erkenntnissen der Ermittler gehörte Callsen seit 1984 der Roten Armee Fraktion an. Am Freitag wurde sie vom Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof ausführlich vernommen. Er setzte den Haftbefehl aus dem Jahr 1985 unter Auflagen außer Vollzug. Callsen bleibt damit vorerst auf freiem Fuß.

Callsen wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie die Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag im Jahr 1985 auf eine Hamburger Firma vorgeworfen, die mit dem Bau einer NATO-Fregatte betraut war. Damals war niemand verletzt worden. Unmittelbar vor der Detonation waren die Anwohner telefonisch gewarnt worden. An einem Gebäude sei ein Sachschaden von 20.000 DM entstanden. Callsen hat zwei Kinder, die sie nach Deutschland mitbrachte.

Bereits 1996 hatte es Gerüchte gegeben, wonach Callsen sich freiwillig den Behörden stellen wollte. Kurz zuvor hatte sich der mutmaßliche RAF-Terrorist Christoph Seidler gestellt.

Die RAF hatte Ende der neunziger Jahre ihre Selbstauflösung erklärt. Nach dem Ergreifen von Sabine Callsen suchen die deutschen Behörden noch vier mutmaßliche RAF-Terroristen mit Haftbefehl: Daniela Klette und Ernst-Volker Staub sowie Friederike Krabbe und Burkhard Garwig.

Quelle: ntv.de