Politik

Tote und Verletzte in Ankara Explosion vor US-Botschaft

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Die Schäden an den Gebäuden sind erheblich.

(Foto: REUTERS)

Bei einer Explosion vor der US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara werden mehrere Menschen verletzt. Zwei Menschen sterben. Türkische Fernsehsender berichten, es gebe Hinweise auf ein Selbstmordattentat.

Bei einem mutmaßlichen Anschlag auf die US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Der türkische Nachrichtensender NTV sowie die Online-Ausgabe der Zeitung "Hürriyet" meldeten, ein Selbstmordattentäter habe eine Bombe gezündet. Der Attentäter und ein Polizist seien getötet worden.

Nach einer Meldung des Senders CNN-Türk explodierte der Sprengsatz während der Überprüfung eines Besuchers im Eingangsbereich der Visumsstelle an einem Seiteneingang der Botschaft. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass eine Tür und ein Fenster des Gebäudes herausgerissen wurden. Der Explosionsort liegt in der Nähe der deutschen Botschaft. NTV hatte zunächst berichtet, bei den beiden Todesopfern handele es sich um Wachleute.

Die Internetausgabe der britischen Zeitung "Daily Telegraph" meldete unter Berufung auf britische Diplomaten in Ankara, es habe sich nicht um einen Selbstmordanschlag gehandelt. Ein Unbekannter habe eine Bombe gezündet. Türkische Bombenexperten waren vor Ort.

Die türkische Polizei riegelte den Anschlagsort ab, auch von innen wurde das Botschaftsgebäude versperrt. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan erklärte, er werde über die Entwicklung informiert. Nach Medienberichten hatten US-Vertreter in Ankara bereits mehrmals mit den türkischen Behörden über mögliche Sicherheitsrisiken für die Botschaft gesprochen, die wie andere Vertretungen im Zentrum der türkischen Hauptstadt liegt. Demnach wurde unter anderem über einen Neubau der US-Botschaft außerhalb der Stadt gesprochen.

Hintergrund unklar

Die Türkei könnte in den Fokus möglicher Angreifer gerückt sein, weil sich dort die Nato-Truppe zum Schutz des Landes vor Raketenangriffen aus Syrien formiert. Nachdem Deutschland und die Niederlande ihre "Patriot"-Luftabwehrsysteme aufgebaut haben, trafen inzwischen auch die Waffensysteme der US-Streitkräfte in der Türkei ein.

Das deutsche Kontingent des Einsatzes "Active Fence Turkey" ist in der südtürkischen Stadt Kahramanmaras stationiert. Der Einsatz erfolgt auf Bitte der türkischen Regierung. Im türkischen Grenzgebiet sind mehrfach Granaten aus Syrien eingeschlagen. Das Regime in Damaskus verfügt auch über weiterreichende Raketen und Chemiewaffen, hat aber erklärt, dass diese nicht eingesetzt würden. Ankara befürchtet aber, dass Assad in einer letzten Verzweiflungstat zu diesen Waffen greifen könnte.

Seit Ende vergangenen Jahres verhandelt der türkische  Geheimdienst MIT jedoch im Auftrag von Ministerpräsident Recep Tayyip  Erdogan mit dem inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan über ein Ende  des Kurdenkrieges. Dessen PKK hatte in der Vergangenheit auch immer wieder Anschläge verübt.

Quelle: n-tv.de, sba/AFP

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