Politik

Nach rechtsextremen Protesten Feuer im Tröglitzer Flüchtlingsheim

In der Ortschaft Tröglitz kehrt keine Ruhe ein. Bevor Anfang Mai die ersten Flüchtlinge in den Ort in Sachsen-Anhalt kommen, brennt es in ihrer künftigen Bleibe. Der Schaden ist immens. Vermutlich waren Brandstifter am Werk.

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Das für die Flüchtlinge vorgesehene Haus in Tröglitz vor dem Brand.

(Foto: dpa)

In einem zukünftigen Asylbewerberheim in Tröglitz in Sachsen-Anhalt hat es in der Nacht gebrannt. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung auf. Der Ort im Burgenlandkreis ist bundesweit in den Schlagzeilen, seit der ehrenamtliche Bürgermeister Markus Nierth wegen rechtsextremer Anfeindungen seinen Rücktritt erklärt hatte.

Die NPD-geführten Proteste richteten sich gegen die geplante Unterbringung von 40 Flüchtlingen. Die ersten sollten Anfang Mai nach Tröglitz kommen. Wie die Polizei in Halle mitteilte, konnten sich zwei Bewohner des Hauses unverletzt in Sicherheit bringen. Um wen es sich dabei handelte, war zunächst unklar. Das gesamte Dach sei durch das Feuer zerstört worden. Nach ersten Schätzungen liegt der Schaden im sechsstelligen Bereich.

Der zurückgetretene Ortsbürgermeister Nierth zeigte sich entsetzt über das Feuer in dem zukünftigen Flüchtlingsheim. "Davon wird Tröglitz sich wohl nie erholen", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". "Ich bin fassungslos, traurig und wütend zugleich. Da ist die braune Saat so weit aufgegangen, dass man nun lieber Häuser niederbrennt, in denen Familien eine neue Bleibe finden sollten."

Zu wenig Schutz?

Nierth war Anfang März zurückgetreten, weil eine genehmigte Anti-Asyl-Demonstration direkt vor seiner Haustür stattfinden sollte. Er fühlte sich von der Politik nicht ausreichend unterstützt und sah seine Familie nicht gut genug geschützt. Sein Schritt hatte eine bundesweite Debatte über den Schutz von Politikern vor Demonstranten ausgelöst, die Entscheidungsträger auch in ihrer Privatsphäre unter Druck setzen wollen.

Am vergangenen Dienstag hatte Landrat Götz Ulrich (CDU) bei einer Bürgerversammlung mit rund 500 Teilnehmern über die Unterbringung der Flüchtlinge informiert und auch Fehler bei der Planung eingeräumt.

Quelle: ntv.de, sba/dpa