Politik

Erstes bayrisches TV-Duell "Filz" gegen "Verleumdung"

Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein und sein Herausforderer Franz Maget haben sich beim ersten TV-Duell in der bayerischen Geschichte den mit Spannung erwarteten Schlagabtausch geliefert. Während Beckstein die Leistungen der CSU-Staatsregierung herausstellte, forderte SPD-Politiker Maget einen Neuanfang.

Den Menschen in Bayern gehe es besser als anderswo, sagte Beckstein. Bayern habe einen soliden Haushalt und die wenigsten Straftaten. Maget warf der CSU nach mehr als fünf Jahrzehnten Regierungszeit Filz vor. "Bayern wurde in den letzten Jahren schlecht regiert", sagte der SPD-Spitzenkandidat. "Es ist keine Sünde, nicht die CSU zu wählen." Beckstein wies den Filz-Vorwurf "schärfstens" zurück. "Wir machen eine erfolgreiche Politik."

Beckstein und Alkohol

Auch im Fernsehduell - bei dem beide Kontrahenten Wasser tranken - spießte Maget Becksteins umstrittene Äußerung zu Alkohol am Steuer auf. Die SPD wolle die Innere Sicherheit stärken, "übrigens auch beim Alkohol". "Da darf es keine falschen Signale vom Ministerpräsidenten geben", sagte er zu Becksteins viel kritisierter Bemerkung, ein oder auch zwei Maß seien kein Problem, wenn genügend Abstand dazwischen liege. Beckstein betonte: "Wenn man Auto fährt, soll man keinerlei Alkohol trinken."

Maget hielt Beckstein zudem vor, die CSU lasse ein starkes regionales wirtschaftliches Gefälle zu. Dagegen sagte der amtierende Ministerpräsident, Bayern habe einen Vorsprung gegenüber den anderen Bundesländern und wolle diesen noch ausbauen. "Vollbeschäftigung in allen Landesteilen" sei sein Ziel.

Bundespolitisch stritten Beckstein und Maget in der teilweise scharf geführten Debatte über die Atompolitik, Mindestlöhne und die Pendlerpauschale. Maget hielt Beckstein vor, die CSU sei bei der Pendlerpauschale "Brandstifter" gewesen und habe sie 2005 gekürzt. Jetzt renne sie mit "dem Feuerlöscher" herum und wolle zur alten Lösung zurück. Beckstein warf der SPD wegen Aussagen, die CSU plane den Bau neuer Atomkraftwerke, "plumpe Verleumdung" vor.

Quelle: n-tv.de

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