Politik

23-Jähriger aus London-West Foleys Mörder soll ein Rapper sein

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Verbirgt sich unter dieser Maske das Gesicht von Abdel-Majed Abdel Bary?

(Foto: Reuters)

Britische Geheimdienste identifizieren angeblich den Mörder des enthaupteten US-Journalisten Foley. Der 23-Jährige aus London ist der Sohn eines Mannes, dessen Name mit den Anschlägen auf US-Botschaften in Kenia und Tansania in Verbindung gebracht wird.

Die britischen Geheimdienste MI5 und MI6 wollen einen Hauptverdächtigen im Fall der Enthauptung des US-Journalisten James Foley identifiziert haben. Die "Sunday Times" geht davon aus, dass es sich wahrscheinlich um den 23-jährigen Rapper Abdel-Majed Abdel Bary handelt - einen gebürtigen Ägypter, der 1993 zusammen mit seinen Eltern nach London zog.

Bary stammt demnach aus "guten Verhältnissen" und wohnte bis 2013 im wohlhabenden Westlondoner Stadtteil Paddington. Sein Vater soll Ende der 1990er Jahre angeblich im Verdacht gestanden haben, einer der Drahtzieher der Sprengstoffanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania gewesen zu sein. Als Rapper nennt sich Abdel-Majed Abdel Bary "Lycricist Jinn". In Syrien ist er als "Jihadi John" bekannt. Besonders perfide: Auf Twitter verbreitete er ein Foto von sich, auf dem er den abgetrennten Kopf eines Menschen in der Hand hält.

Neben Bary gibt es allerdings noch weitere Verdächtige für den Mord an Foley - darunter einen etwa 20-Jährigen aus Portsmouth mit dem Kampfnamen "Abu Abdullah al-Britani". Er soll den britischen Behörden unter anderem durch detaillierte Online-Tipps zur heimlichen Einreise in das Kalifat aufgefallen sein.

Ein dritter Tatverdächtiger ist der "Daily Mail" zufolge Junaid H. aus Birmingham, der sich "Abu Hussain al-Britani" nennt und angeblich über sehr gute IT-Kenntnisse verfügen soll. Er saß bereits 2012 eine Haftstrafe ab, weil er private Daten des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair ins Internet stellte.

Video ein Zusammenschnitt

Ermittler hatten bei der Analyse des Videos, das die Ermordung Foleys zeigt, erkannt, dass zwei verschiedene Messer zum Einsatz kamen. Demnach könnte der Mord an dem US-Journalisten auch von mehreren Tätern gemeinschaftlich begangen worden sein. Oder aber, es handelt sich aus einem Zusammenschnitt verschiedener Videos. Die Analysten waren davon ausgegangen, dass die Extremisten solche Videos schon oft erstellt hatten und sich Foley am Tag seiner Ermordung offenbar erneut als Statist in einer der Rollen sah. Das könnte seine relative Ruhe und Gelassenheit auf der Aufnahme erklären.  

Der Mann, der im Video hinter Foley steht, soll zu einer Gruppe gehören, die von den westlichen Geiseln aufgrund ihres britischen Akzents "John", "Paul", "George" und "Ringo" genannt wurde. Allerdings schildern die Entführten die "Beatles" als "sadistische Psychopaten", die regelmäßig Gefangene quälten und damit prahlten, wie viel Geld sie durch ihren "Job" bekämen und dass sie sich schon bald zur Ruhe hätten setzen können.

Derzeit soll sich noch mindestens eine US-Geisel in den Händen des IS befinden: Der 31-jährige Steven Sotloff – ebenfalls ein Journalist, der auch dem Enthauptungsvideo vorgeführt wurde. Die Entführer kündigten darin an, auch ihn zu töten, sollten die US-Luftangriffe im Irak fortgeführt werden. Die USA stellten umgehend klar, dass sie niemals erpressen lassen würden und setzen ihre Angriffe auf Stellungen der IS unvermindert fort.

Quelle: ntv.de, ppo

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