Politik

Vorsätzliche Schüsse Fortuyn-Attentäter gesteht

Der mutmaßliche Mörder des niederländischen Politikers Pim Fortuyn hat die Tat nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Amsterdam gestanden. Der Tierschützer habe zugegeben, "dass er vorsätzlich auf Fortuyn geschossen hat", teilte die Staatsanwaltschaft in einer Stellungnahme mit.

Der Rechtspopulist Fortuyn war nur wenige Tage vor der niederländischen Parlamentswahl im Mai erschossen worden. Er hatte offen gegen Einwanderer polemisiert. Die Polizei hatte den radikalen Tierschützer kurz nach der Tat als mutmaßlichen Mörder festgenommen.

Allein gehandelt

Der Mann habe in Fortuyn eine "wachsende Gefahr vor allem für verwundbare Teile der Gesellschaft gesehen", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der mutmaßliche Täter "sah keinen anderen Weg, diese Gefahr aufzuhalten, als Fortuyn zu töten. " Dies war der erste Hinweis auf ein Tatmotiv. Der Tierschützer habe nach eigenen Angaben allein gehandelt und niemandem von seinem Plan erzählt. Die Staatsanwaltschaft hatte einen Einzeltäter vermutet.

Der Mord an dem bekennenen Homosexuellen Fortuyn hatte die Bevölkerung schockiert. Die von Fortyun im Frühjahr gegründete Partei Liste Pim Fortuyn (LPF) erreichte bei den kurz nach dem Mord ausgetragenen Wahlen ein überraschend gutes Ergebnis und erzielte den zweiten Platz. Die LPF trat mit den Christdemokraten und den Liberalen in eine Drei-Parteien-Koalition ein, die aber im Oktober nach weniger als 100 Tagen am Streit zwischen LPF-Ministern zerbrach.

Für den 22. Januar sind Neuwahlen angesetzt. Dabei dürfte die LPF Umfragen zufolge massive Verluste erleiden und zur Bedeutungslosigkeit verdammt werden.

Quelle: n-tv.de

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