Politik

"Deutschland ist sicher" Frankfurt bleibt gefährlich

In Deutschland werden immer mehr gewalttätige Jugendliche aktenkundig. Im vergangenen Jahr seien mehr Gewaltdelikte von 14- bis 21-Jährigen registriert worden als 2005, sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Berlin bei der Vorstellung der neuen Kriminalitätsstatistik. Während die Kriminalität insgesamt zurückging, gebe es im Bereich der einfachen Körperverletzungen bei Jugendlichen einen Zuwachs von 2,7 Prozent, bei Heranwachsenden sogar ein Plus von 4,6 Prozent.

Schäuble betonte, dies bedeute nicht zwingend einen Anstieg der Jugendkriminalität. Der Zuwachs könne auch auf eine erhöhte Bereitschaft der Bevölkerung zurückgeführt werden, Körperverletzungen tatsächlich bei der Polizei anzuzeigen. Unbekannt sei bislang, wie groß die Dunkelziffer jugendlicher Gewalttäter ist. Deswegen werde in einem gemeinsamen Projekt von Bundesinnenministerium und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen eine "repräsentative Dunkelfelderhebung" durchgeführt. Erste Ergebnisse der Befragung von etwa 50.000 Schülern erwarte man bis Jahresende.

Insgesamt ist die Zahl der Straftaten in Deutschland aber weiter rückläufig. Nach der aktuellen Kriminalitätsstatistik wurden im vergangenen Jahr bundesweit rund 6,3 Millionen Verbrechen registriert -1,4 Prozent weniger als 2005. Bei der Aufklärungsquote wurde den Angaben zufolge mit 55,4 Prozent der höchste Wert seit der Wiedervereinigung erreicht. Schäuble: "Insgesamt haben wir mit dieser polizeilichen Kriminalstatistik wiederum den Beweis dafür, dass Deutschland zu den sichersten Ländern der Welt gehört." Unter den Großstädten bleibt Frankfurt am Main das gefährlichste Pflaster. München hingegen gilt als sicherste Metropole in Deutschland. Nach den Worten des Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Berlins Innensenator Erhart Körting (SPD), ist die Kriminalität "jung und männlich".

Quelle: ntv.de

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