Politik

Massaker in Syrien Freischärler töten Kinder

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Syrer erzählen den UN-Beobachtern von brutaler Gewalt.

(Foto: dpa)

Syriens Machthaber Assad tötet seit Monaten sein eigenes Volk. Mit brutaler Gewalt unterdrückt er die Pflanze des Arabischen Frühlings in seinem Land. Nun kommt es in Al-Hula zu einem schlimmen Massaker. Offenbar ziehen Freischärler durch die Häuser und erschießen gezielt Unschuldige - darunter Kinder.

Bei einem Massaker der Regierungstruppen in der syrischen Stadt Al-Hula sind nach Oppositionsangaben 110 Zivilisten getötet worden. Die Hälfte der Opfer seien Kinder gewesen, erklärte der oppositionelle Syrische Nationalrat. Die Menschen seien entweder beim Artilleriebeschuss der Stadt in der Provinz Homs gestorben oder anschließend von regimetreuen Freischärlern getötet worden, die im Feuerschutz der Truppen von Haus zu Haus gegangen seien.

Wie die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, setzte eine Massenflucht von Überlebenden aus Al-Hula ins Landesinnere ein. Die Nachrichten konnten wegen der Medienblockade des Regimes nicht überprüft werden. Sollten sie sich bestätigen, so wäre dies das schlimmste Blutbad an Zivilisten an einem Ort seit Monaten in Syrien.

Der Syrische Nationalrat forderte die Einberufung des UN-Sicherheitsrates, um die Verantwortlichen für das angebliche Massaker festzustellen. In Syrien unterdrückt das Regime von Präsident Baschar al-Assad seit fast 15 Monaten mit brutaler Gewalt eine anfangs friedliche Protestbewegung, die inzwischen stellenweise in einen bewaffneten Aufstand umgeschlagen ist.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zog in einem neuen Bericht an den Sicherheitsrat eine düstere Bilanz der Lage. Regierungstruppen begingen weiterhin "massive" Menschenrechtsverstöße und auch die Oppositionellen verschärften ihre Einsätze, erklärte Ban.

In dem Land herrsche eine "Atmosphäre der Anspannung, des Misstrauens und der Angst", hieß es in dem Bericht, über den in der kommenden Woche im UN-Sicherheitsrat beraten werden soll. Die Bemühungen der UNO um ein Ende des Konflikts hätten bislang nur "kleine Fortschritte" gezeigt. Die anhaltende Krise sei von "Gewalt, sich verschlechternden humanitären Bedingungen, Menschenrechtsverletzungen und anhaltender politischer Konfrontation" geprägt.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa

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