Politik

Luftschläge und Raketen in Nahost Friedensgespräche in der Sackgasse

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Über Gaza-Stadt steigt Rauch empor: 17 Ziele nahm die israelische Luftwaffe in der Nacht ins Visier.

(Foto: AP)

Es scheint ein aussichtsloses Unterfangen zu sein: In Kairo soll zwischen Hamas und Israel eine dauerhafte Waffenruhe im Gazastreifen ausgehandelt werden. Doch Israel sperrt sich - und beide Seiten setzen ihre Angriffe fort.

Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht ihre Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Es seien 17 Ziele bombardiert worden, bestätigte eine Militärsprecherin in Tel Aviv. Seit dem Ende der Feuerpause am Freitag seien es 150 Ziele gewesen.

Sanitätern zufolge ist bei den nächtlichen Attacken ein Mensch ums Leben gekommen. Sieben weitere seien verletzt worden, hieß es. Den Angaben zufolge attackierte Israel auch das Flüchtlingslager Dschebalja.

Militante Palästinenser feuerten am Sonntagmorgen erneut zwei Raketen auf Israel ab. Sie seien in der Nähe des Ortes Kerem Schalom eingeschlagen, sagte die Sprecherin. Dort gibt es einen Grenzübergang, der zum Warentransport dient.

Appelle nutzen nichts

Israel will nicht in Kairo über eine Waffenruhe mit den militanten Palästinensern verhandeln, solange die Raketenangriffe andauern. Die palästinensische Delegation hält sich derweil weiter in Kairo auf. Mussa Abu Marsuk, ein ranghoher Funktionär der radikal-islamischen Hamas, warf Israel mangelnde Ernsthaftigkeit bei den Bemühungen um eine dauerhafte Waffenruhe vor.

"Wir werden nicht mehr lange bleiben, wenn es keine ernsthaften Verhandlungen gibt", sagte er der palästinensischen Zeitung "Al-Quds" am Samstagabend. Die kommenden 24 Stunden seien entscheidend, sagte Abu Marsuk. Die Palästinenser fordern unter anderem eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens durch Israel und Ägypten sowie die Freilassung von Häftlingen.

Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens hatten zuvor zum wiederholten Mal an Israel und die Palästinenser appelliert, die Feindseligkeiten sofort einzustellen und Gespräche für eine dauerhafte Feuerpause aufzunehmen. "Wir rufen beide Seiten auf, unverzüglich zur Waffenruhe zurückzukehren", heißt es in der am Samstag vom Auswärtigen Amt veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der Minister Frank-Walter Steinmeier, Laurent Fabius, und Philipp Hammond. "Die in diesem Zusammenhang laufenden Bemühungen Ägyptens haben unsere volle Unterstützung."

Auch US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron verlangen bei einem Telefonat ein Ende der Feindseligkeiten und eine dauerhafte Waffenruhe. Israel und Vertreter der Palästinenser hatten zuletzt in Kairo unter ägyptischer Vermittlung über eine dauerhafte Waffenruhe verhandelt.

Quelle: ntv.de

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