Politik

Nach Absage an Autolobby Gabriel steigt bei US-Beraterfirma ein

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Sigmar Gabriel wird Berater bei der Eurasia Group.

(Foto: imago images / Metodi Popow)

Sigmar Gabriel hat einen neuen Job. Der ehemalige SPD-Chef heuert bei dem US-Unternehmen Eurasia Group als Berater an. Zuvor hatte der Sozialdemokrat dem Verband der Automobilindustrie eine Absage erteilt.

Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel wird Berater bei der US-Firma Eurasia Group. Als "Experte für europäische Angelegenheiten" werde der Ex-Minister "Einblicke in die sich rasant verändernde politische Landschaft der Region" geben, teilte das auf Politikberatung spezialisierte Unternehmen mit Sitz in New York mit.

Eurasia-Chef Ian Bremmer bezeichnete Gabriel in der Mitteilung als "Schlüsselfigur in europäischen und globalen Angelegenheiten". Er habe von dem Politiker "über die Jahre viel gelernt". Gabriel wird in der auf Englisch verfassten Firmenmitteilung mit den Worten zitiert, er freue sich darauf, "meine Erfahrungen aus erster Hand zu benutzen, um Kunden dabei zu beraten, sich im aktuellen, herausfordernden geopolitischen Umfeld zu bewegen".

Die 1998 gegründete Eurasia Group befasst sich mit der Risiko-Analyse von geopolitischen Ereignissen. Zudem veröffentlicht die Firma seit 2001 jährlich den Global Political Risk Index, der ursprünglich für Investoren an der Wall Street entwickelt wurde. Die Eurasia Group unterhält einen Beirat, dessen Mitglieder vornehmlich aus der Industrie- und Finanzbranche stammen und über Regierungserfahrung verfügen. Zu diesem Beirat gehören beispielsweise der frühere kanadische Außenminister John Russel Baird, der ehemalige polnische Außenminister Radoslaw Sikorski und Italiens Ex-Ministerpräsident Enrico Letta.

In den vergangenen Wochen war spekuliert worden, Gabriel werde neuer Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Vor einer Woche erklärte der ehemalige Umwelt- Außen- und Wirtschaftsminister jedoch, dass er "aufgrund anderer Aufgaben" dafür nicht zur Verfügung stehe.

Quelle: n-tv.de, jpe/AFP