Politik

Zusammenhalt gegen Rechts Gauck: "Ihr seid nicht allein!"

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Bundespräsident Gauck und Meral Sahin von der Interessengemeinde Keupstraße.

(Foto: dpa)

Am Jahrestag des NSU-Nagelbombenattentats gedenken Tausende Menschen in Köln der Opfer. Zum fröhlichen Fest mit Musik, Film, Literatur und vielen Stars mischen sich kritische Stimmen über die Aufklärung des Anschlags. Auch Bundespräsident Gauck hat eine eindringliche Botschaft.

Zehn Jahre nach dem Kölner Nagelbombenanschlag in der Keupstraße hat Bundespräsident Joachim Gauck dazu aufgerufen, gegen fremdenfeindliche Gewalt zusammenzustehen. Zum Auftakt einer großen Kundgebung am Anschlagsort erinnerte Gauck an den Terror des "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) und sagte: "Mehr als zehn Jahre lang haben die Mitglieder einer rechtsextremistischen Bande unerkannt rauben, morden und Anschläge wie den in der Keupstraße tätigen können."

Köln beantworte den Hass der Wenigen mit dem Mitgefühl und der Solidarität der Vielen, sagte Gauck. Das dreitägige Kölner Gedenkfest sei deshalb ein Geschenk für ganz Deutschland. "Wir zeigen, wie wir in unserem Land leben wollen: respektvoll und friedlich. Wir sind verschieden. Aber wir gehören zusammen. Und wir stehen zusammen, um allen, die von fremdenfeindlicher Gewalt bedroht sind, zu sagen: Ihr seid nicht allein." Jeder könne und müsse dazu im Alltag seinen Beitrag leisten. In Bezug auf die Ermittlungspannen bei der Aufklärung der NSU-Verbrechen sagte Gauck: "Wir denken heute auch daran, wie viele Betroffene sich später allein gelassen oder sogar als Verdächtige behandelt fühlen mussten, wie viel Misstrauen damals gesät wurde".

"Birlikte – Zusammenstehen"

Als Zeichen gegen Rechts organisierte Köln zum Jahrestag des Nagelbombenanschlags am 9.4.2004 das Fest "Birlikte - Zusammenstehen". In den Geschäften und Hinterhöfen der Keupstraße, die als ein Zentrum des türkischen Geschäftslebens in Köln gilt, wurde fröhlich gefeiert. Auf über 30 Bühnen spielte Musik, liefen Filme, wurde vorgelesen. Bereits im Vorfeld hatten sich Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und dem Showbusiness unter dem Slogan "Eure Bombe galt auch mir" für "Birlikte" fotografieren lassen.

Immer wieder war auch das Versagen der Behörden ein Thema. "Die falschen Verdächtigungen der Behörden waren für mich der eigentliche Anschlag, fast noch schlimmer als die Tat selbst", sagt Uzay Özdag, der in einer Familienkonditorei in der Keupstraße arbeitet. Bundesjustizminister Heiko Maas betonte: "Ich schäme mich dafür, dass der deutsche Staat es nicht geschafft hat über so viele Jahre, dafür zu sorgen, dass unbescholtene Bürgerinnen und Bürger besser geschützt wurden."

Höhepunkt des Festes war eine große Abschlusskundgebung am Abend vor mehreren Zehntausend Zuschauern. Bei strahlendem Sonnenschein standen unter anderem Wolfgang Niedecken, Peter Maffay und Udo Lindenberg auf dem Programm.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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