Politik

Holocaust relativiert Gedenkstätte feuert AfD-Sympathisanten

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Die Gedenkstätte trennt sich von dem Mitarbeiter.

picture alliance / dpa

Er erleidet in der DDR monatelange Qualen. Mehrere Monate sitzt er in Einzelhaft, bevor ihn der Westen freikauft. Inzwischen arbeitet er in der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Politisch verortet er sich rechts - zu weit rechts für die Einrichtung.

Die Stasiopfer-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen trennt sich von einem AfD-nahen Mitarbeiter. Direktor Hubertus Knabe will den ehemaligen politischen Gefangenen Siegmar Faust vorläufig nicht mehr mit Führungen in der Gedenkstätte betrauen. AfD-nahe und den Holocaust relativierende Äußerungen Fausts entsprächen in keiner Weise der Meinung der Stiftung, sagte Knabe der "Berliner Zeitung". Auch von der Mehrheit der ehemaligen politischen Gefangenen in der DDR würden diese nicht geteilt.

Der 73-jährige Faust hatte zu DDR-Zeiten mehrmals wegen seines Kampfes um Meinungsfreiheit im Gefängnis gesessen - darunter monatelang in Einzelhaft. Die Bundesrepublik kaufte ihn 1976 frei. In der Gedenkstätte Hohenschönhausen war Faust bisher als Zeitzeuge und Gedenkstättenführer tätig. Mittlerweile hat sich Faust nach eigenem Bekunden der AfD zugewandt und bezeichnet sich als normal rechts.

In einem Gespräch, das ebenfalls in der "Berliner Zeitung" und der "Frankfurter Rundschau" einen Tag zuvor erschienen war, hatte er um Milde für den ehemaligen Anwalt der terroristischen Rote Armee-Fraktion, Horst Mahler, geworben, der wegen Leugnung des Holocaust im Gefängnis sitzt.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa