Politik

Terrornacht für Region KiewGeheimdienst: Nordkorea verlegt Raketeneinheit nach Westrussland

05.08.2026, 08:43 Uhr
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Ein Flammenmeer: Offenbar kamen alle russischen Raketen in der Nacht durch und sorgten für Tod und Zerstörung. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Bei massiven russischen Angriffen auf die Region Kiew sterben mindestens 17 Menschen. Offenbar kann die Ukraine keine einzige Rakete abschießen. Und die Lage dürfte noch schlimmer werden: Eine nordkoreanische Raketeneinheit soll bald im Westen Russlands stehen.

Nordkorea hat laut dem ukrainischen Geheimdienst damit begonnen, eine Raketeneinheit in den Westen Russlands zu verlegen. Diese könnte für Angriffe auf die Ukraine eingesetzt werden. Die Einheit könne mit 120 ballistischen Raketen und sechs Startrampen ausgerüstet werden, erklärt Andrij Tschernjak vom Militärgeheimdienst. Demnach plant Russland, die rund 90 nordkoreanischen Soldaten in der westrussischen Region Woronesch zu stationieren.

Russland hat seit Ende 2023 bereits zahlreiche nordkoreanische Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Die Entsendung einer eigenen Einheit wäre eine Ausweitung der ohnehin umfassenden militärischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Sie hatten 2024 einen gegenseitigen Verteidigungspakt unterzeichnet. Ukrainischen Angaben zufolge hat Nordkorea zudem Millionen Artilleriegranaten geliefert und 14.000 Soldaten in die russische Region Kursk entsandt.

Viele Tote und Verletzte in der Region Kiew

Bereits jetzt sterben nahezu täglich Zivilisten durch Raketenbeschuss aus Russland. Allein in der Nacht wurden bei russischen Angriffen auf die Region Kiew nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens 17 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. 14 Zivilisten seien in der Nacht in der Gegend um die ukrainische Hauptstadt getötet worden, erklärte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, bei Telegram. Mehr als 20 Menschen wurden laut den Behörden im Umland verletzt.

In Kiew wurde offiziellen Angaben zufolge mindestens eine Frau getötet; mehr als 20 weitere Menschen wurden demnach durch Raketen- und Drohnenangriffe in der Hauptstadt verletzt. Mehrere heftige Explosionen erschütterten Kiew.

Nach Angaben der Militärverwaltung wurden Wohnhäuser und Lagerhallen beschädigt. "Der Feind greift erneut gezielt Zivilisten und zivile Infrastruktur an", erklärte die Militärverwaltung auf Telegram. Durch die Angriffe seien in mehreren Stadtbezirken Brände ausgelöst worden.

Nach Angaben der ukrainischen Armee setzte die russische Armee erneut ballistische Raketen ein, von denen keine einzige abgeschossen werden konnte. Die russische Armee habe die Ukraine mit 115 Drohnen angegriffen, 98 Drohnen seien abgefangen worden, erklärte die Luftwaffe. Die russischen Streitkräfte setzten demnach außerdem 24 ballistische Raketen Iskander-M und umfunktionierte Flugabwehrraketen S-400 sowie 4 Hyperschallraketen vom Typ Zirkon ein.

Verzweifelter Ruf nach Abwehrraketen

Der ukrainische Präsident Selenskyj klagte nach den nächtlichen russischen Angriffen erneut über einen Mangel an Abwehrraketen für die Luftverteidigung des Landes. Solche Abwehrraketen hätten "die Leben derjenigen retten können, die heute getötet wurden", erklärte Selenskyj bei Telegram. Selenskyj drang bei seinen westlichen Verbündeten auf die Lieferung neuer Patriot-Luftabwehrsysteme und der nötigen Raketen. "Verspätungen bei der Lieferung oder ein Ausbleiben bei der Bereitstellung von Antiraketensystemen, führen zu solchen entsetzlichen Opferzahlen und zu Zerstörung", schrieb er in Onlinediensten.

Vor allem seit dem Krieg der USA gegen den Iran fehlt der Ukraine Ausrüstung für die Luftverteidigung. US-Präsident Donald Trump hatte Selenskyj Anfang Juli eine Lizenz zugesagt, die Patriotsysteme selbst zu bauen, zeigte sich in der vergangenen Woche aber wieder zurückhaltend.

Beide Seiten haben in den vergangenen Wochen ihre Angriffe mit weitreichenden Waffen auf das jeweils andere Land verstärkt. Doch während die Ukraine vor allem Raffinerien und Lager angreift, zielt Russland auch auf die zivile Infrastruktur und macht dabei auch Jagd auf Zivilisten. Im Juli hat Moskau den Einsatz von Raketen mehr als verdoppelt.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP/rts

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