Politik

"Mann der Zukunft" Genscher setzt auf Lindner

gesnch 2.jpg

Genscher lobt vor allem Christian Lindner.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Lob des FDP Ehrenvorsitzenden Genscher ist überschwänglich: Der nordrhein-westfälische Spitzenkandidat Lindner ist für ihn der große Hoffnungsträger der Partei, der für eine "neue, moderne, weltoffene FDP" stehe. Auch Schleswig-Holsteins FDP-Chef Kubicki sei "unvergleichlich". Dagegen klingt Genschers Lob für Rösler deutlich matter.

Der FDP-Ehrenvorsitzende hält den nordrhein-westfälischen Spitzenkandidaten und designierten Landesvorsitzenden Christian Lindner für den Mann der Zukunft in seiner Partei. "Christian Lindner steht für eine neue, moderne, weltoffene FDP", sagte Genscher der "Welt". Er habe die richtigen Konsequenzen aus der schweren Strukturkrise der Partei gezogen. "Die neue FDP, mit dem von Lindner geforderten neuen Denken, vertritt eine neue Haltung, sie ist keine Ein-Mann-Show, und sie ist keine Ein-Themen-Partei", sagte Genscher.

33qz1219.jpg796977389808587961.jpg

Genscher hält eine liberale Partei für wichtig, um die Freiheit weltweit zu verwirklichen.

(Foto: dpa)

Er wolle Lindner "den Rücken stärken" und damit "den Durchbruch zu neuen Ufern unterstützen", sagte Genscher. Der Ende 2011 als Generalsekretär der Bundes-FDP abgetretene Lindner sei ein "Mann der Zukunft", der neue Chancen für die FDP eröffne.

Auch für den FDP-Bundesvorsitzenden Philipp Rösler fand Genscher einige wohlwollende Worte, wenngleich das Lob deutlich schwächer klang als im Falle Linders. Röslers Verdienst sei es, "dass er die Konsolidierungsaufgabe der Steuersenkungsfrage vorangestellt", so Genscher. Rösler lasse "als Vorsitzender auch anderen ihren Platz". Energisch wandte sich Genscher gegen den Versuch, die Union für die schlechte Lage der FDP verantwortlich zu machen.

Überschwänglich lobte Genscher auch Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef, Wolfgang Kubicki. Dieser sei "unvergleichlich". Er mische ein ganzes Bundesland auf. "Manchmal denke ich, so wie dieser Kubicki müssen die Liberalen gewesen sein, die 1848 in der Paulskirche in Frankfurt versuchten, in Deutschland eine liberale Demokratie zu schaffen und das Land im Geist der Freiheit zu vereinen."

Keine Angst vor Hollande

Der frühere Bundesaußenminister äußerte sich ebenfalls zur Hollande fordert Merkel heraus . Auch mit einem möglichen französischen Präsidenten Hollande setzt auf Sachlichkeit werde diese funktionieren. "Ich bin von der tiefen Verankerung der deutsch-französischen Verantwortungsgemeinschaft unverändert überzeugt", so Genscher. Die Erklärungen im französischen Wahlkampf sollte man "nicht überbewerten",. Hollande hatte unter anderem gefordert, den von Bundeskanzlerin Angela Merkel durchgesetzten Fiskalpakt zur Sanierung der Haushalte in der EU neu zu verhandeln, was Merkel ablehnt.

Genscher zeigte sich zudem überzeugt, dass es eine europäische "Investitionsinitiative" geben werde. Dies bedeute aber nicht, "dass deshalb erneut der Marsch in die Staatsverschuldung angetreten wird". Insbesondere Frankreich fordert, die europäischen Sparpläne um Wachstumsimpulse zu ergänzen.

Vehement wehrte sich Genscher gegen eine politische Führungsrolle Deutschlands. Noch immer gelte Thomas Manns Wort, dass es nur ein europäisches Deutschland und kein deutsches Europa geben dürfe. Vielmehr müsse die EU" ihre Rolle als Global Player erkennen und annehmen".

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/AFP

Mehr zum Thema