Politik

Kein Interesse an Kanzleramt Gesine Schwan bereit für SPD-Spitzenposten

90459483.jpg

Gesine Schwan ist mit dem Zustand der SPD unzufrieden.

(Foto: picture alliance / Wolfgang Borr)

Langsam trauen sich die Ersten: Nach dem Fraktionschef des Landtags von NRW, Thomas Kutschaty, zeigt sich jetzt auch Gesine Schwan offen für eine Führungsposition in der SPD. Sie habe keine Ambitionen auf das Kanzleramt, aber traue sich zu, das Image der Partei zu verbessern.

Die frühere Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin, Gesine Schwan, hat Interesse an einem Spitzenamt in der SPD. "Ich will der SPD gerne helfen. Und ich traue mir auch zu, dazu beizutragen, dass das Bild der Partei in der Öffentlichkeit positiver wird, als das im Moment der Fall ist", sagte die Politikwissenschaftlerin dem "Spiegel" zur Frage, ob sie für den Parteivorsitz kandidieren werde.

Sie habe "keinerlei Karriereambitionen", etwa aufs Kanzleramt, sagte Schwan. "Das erleichtert es vielleicht, wieder Vertrauen für die SPD zu schaffen." Die SPD müsse genau prüfen, wer an welcher Stelle Verantwortung übernehmen könne.

Zum Zustand und Kurs der SPD äußerte sich Schwan im "Spiegel" unzufrieden. "Nach außen vermitteln wir ein unerfreuliches, kleinkariertes Bild." Die SPD müsse weg vom "Spiegelstrich-Image" und brauche eine neue Begeisterungsfähigkeit.

SPD wird womöglich Mitglieder befragen

"Es reicht einfach nicht, ein paar schöne Sachen zu versprechen und im Sinne moderner Wahlarithmetik sozialpolitische Wohltaten zu verteilen" urteilte Schwan. "Das ist so durchschaubar." Die SPD wirke, als mache sie alles nur, "damit uns noch jemand wählt".

Die 76-jährige Schwan war 2004 von SPD und Grünen für das Amt der Bundespräsidentin vorgeschlagen worden. Sie unterlag bei der Wahl jedoch Horst Köhler. 2009 trat Schwan noch einmal gegen Köhler an und verlor erneut. Schwan war lange Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Später gründete und leitete sie die Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin, die jedoch 2014 pleite ging.

In der SPD zeichnet sich derzeit eine Tendenz für eine Mitgliederbefragung zum künftigen Vorsitz und zu einer Doppelspitze ab. Am Montag will der Parteivorstand über das Verfahren bei der Suche nach einer neuen Parteiführung entscheiden.

Quelle: n-tv.de, lwe/AFP

Mehr zum Thema