Politik

Verstoß gegen menschliche Ethik Golfstaaten fordern Aleppo-Resolution

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Auch in Berlin fordern deutsche und syrischen Demonstranten ein Ende der Luftangriffe.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Dutzende Menschen sterben bei den syrischen und russischen Luftangriffen in Aleppo. Angeführt von Saudi-Arabien fordern die Golfstaaten die internationale Gemeinschaft auf, einzugreifen. Die USA und Russland telefonieren wieder.

Ein von Saudi-Arabien dominiertes Bündnis von Golfstaaten hat den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, angesichts der Gewalt in der syrischen Metropole Aleppo schnellstmöglich einzugreifen. In einem Bericht der staatlichen saudischen Nachrichtenagentur SPA verurteilte der Golf-Kooperationsrat die schweren Luftangriffe auf die frühere syrische Millionenstadt als Verstoß gegen internationales Recht und menschliche Ethik. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen müsse endlich relevante Resolutionen beschließen.

Aleppo erlebt derzeit die schlimmsten Kämpfe seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges vor fünf Jahren. Zusammen mit Russland bekämpft die Regierung von Präsident Baschar al-Assad Rebellen im Ost-Teil der Stadt. Das saudische Königreich steht auf der Seite der Rebellen und fordert den Sturz des syrischen Machthabers.

Am Sonntag sind syrische Regierungstruppen mithilfe russischer Luftangriffe weiter gegen Rebellen in der umkämpften Metropole Aleppo vorgerückt. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, konnte die Armee im Norden der Stadt Gebiete der Rebellen zurückerobern. Unter den Rebellen habe es "schwere" Verluste gegeben.

Die Führung der syrischen Armee rief zudem alle Aufständischen im Osten der geteilten Stadt auf, die belagerten Viertel zu verlassen. Das Militär werde einen sicheren Abzug garantieren, berichtete die syrische staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Kerry ruft Lawrow an

Erstmals haben auch die USA und Russland nach Tagen gegenseitiger Vorwürfe wieder über die Lage in Syrien gesprochen. Das russische Außenministerium teilte mit, US-Außenminister John Kerry habe wegen der schweren Kämpfe am Samstagabend seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow angerufen.

Hauptproblem in Aleppo ist nach russischer Darstellung, dass die Oppositionsmilizen sich über die vereinbarte Waffenruhe hinwegsetzen, die Russland und die USA vereinbart hätten. Die gemäßigte Opposition wolle sich nicht von der Terrorgruppe Al-Nusra-Front trennen lassen. Aus Sicht der USA, aber auch der Bundesregierung, verursachen vor allem die russischen und syrischen Luftangriffe auf Aleppo eine humanitäre Katastrophe.

Kerry hatte deshalb vergangene Woche mit einem Abbruch der Kooperation mit Russland gedroht. Lawrows Sprecherin Maria Sacharowa warnte am Samstag vor fürchterlichen, erdbebenartigen Verschiebungen im Nahen Osten, falls die USA syrische Regierungstruppen angreifen sollten.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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