Politik

Jetzt den Kohleausstieg planen Greenpeace macht's vor

boxberg.jpg

Die Kühltürme des Vattenfall Kohlekraftwerks Boxberg in Sachsen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschland steckt mitten in der Energiewende. Nach dem Atomausstieg bis 2022 ist es laut der Umweltschutzorganisation Greenpeace möglich, bis 2040 aus der Kohle auszusteigen. Die Bundesregierung hält bislang gar nichts davon. Sie will an der Kohlekraft festhalten, um wetterunabhängige und planbare Strommengen liefern zu können.

Greenpeace dringt neben dem Atomausstieg bis 2022 auch auf ein Ende der Stromgewinnung in Kohlekraftwerken. Die Umweltschutzorganisation stellte dazu einen "Abschaltplan" vor, nachdem bis zum Jahr 2030 der Braunkohle- und bis 2040 der endgültige Steinkohle-Ausstieg gelingen soll.

Das Beratungsunternehmen Ecofys hat im Auftrag von Greenpeace für jeden der 140 deutschen Kohlekraftwerksblöcke berechnet, wie viel Strom dieser noch produzieren darf und wann er vom Netz genommen werden soll. Greenpeace dringt auf ein konkretes Ausstiegsgesetz.

Die Bundesregierung will zwar die noch laufenden neun AKW vor allem durch klimafreundlichere Gaskraftwerke ersetzen, hat aber auch nichts gegen neue Kohlemeiler. Neue Kraftwerke, die anderes als Sonne und Strom planbare Strommengen liefern, sieht sie als notwendig an, da derzeit noch Speichertechnologien für überschüssigen Ökostrom fehlen. Bisher mangelt es aber an finanziellen Anreizen oder Rahmenbedingungen, die Investitionen in neue Kraftwerke attraktiv machen. Aufgrund der zunehmenden Wind- und Solarstromproduktion können ausreichend Betriebsstunden nicht garantiert werden. Die Umweltschützer von Greenpeace dringen darauf, dass allein Gaskraftwerke und Ökostrom Bestandteil der Energiewende in Deutschland sein sollen.

"Ohne Kohleausstieg wird die Energiewende nicht funktionieren", sagte Energieexperte Karsten Smid. Bereits 2012 sollten die ersten Kohlekraftwerke vom Netz gehen, bis 2026 solle die Hälfte abgeschaltet sein. Der klimaschädliche Kohlendioxidausstoß solle so nach und nach gesenkt werden. Über 40 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland gingen auf das Konto der Kohlekraftwerke.

Die Bundesnetzagentur widersprach Greenpeace und argumentiert, dass derzeit alle konventionellen Kohlekraftwerke schon allein aus Gründen der Versorgungssicherheit und Netzstabilität weiterhin nötig seien. Die Behörde warnt daher vor einer Abschaltung alter Meiler.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen