Politik

Erst Rück-, dann Austritt? Gregor Gysi denkt nach

Der PDS-Politiker Gregor Gysi denkt angeblich über einen Austritt aus der von ihm aufgebauten Partei nach. Das berichtet jedenfalls die "Berliner Morgenpost".

Nach der Niederlage des PDS-Reformflügels auf dem Parteitag in Gera habe Gysi engsten politischen Weggefährten mitgeteilt, er erwäge die Rückgabe seines Parteibuchs. Um das zu verhindern, wollten sich die Spitzen der so genannten Reformer in der PDS am Mittwochabend mit Gysi zu einem Krisengespräch in Berlin treffen.

Die Mutmaßungen über seinen bevorstehenden Parteiaustritt habe Gysi am Montag weder bestätigen noch dementieren wollen, schreibt das Blatt. "Ich habe heute meine Nachdenkphase. Daher sage ich nichts. Ich werde mich frühestens am Dienstag öffentlich äußern", zitierte die Zeitung den früheren Parteichef der PDS.

Gysi war Ende Juli von seinem Amt als Berliner Wirtschaftssenator zurückgetreten. Als Begründung gab Gysi seinerzeit die private Nutzung von dienstlich erworbenen Bonusmeilen an. Dies sei ein Fehler, "den ich mir nicht verzeihen will", sagte er. Kritiker warfen Gysi vor, bereits nach wenigen Monate amtsmüde gewesen zu sein.

Gysi war zugleich der letzte Vorsitzende der SED und der erste PDS-Chef. Bereits in diesem Amt hielt es ihn nicht lange: 1993 gab er den Vorsitz der PDS auf. Den Fraktionsvorsitz der PDS im Bundestag legte er vor zwei Jahren nieder.

Quelle: ntv.de