Politik

Versicherte in Wechsellaune Große Kassen haben Zulauf

Die Versicherten in Deutschland setzen seit der Einführung des Gesundheitsfonds mit seinem Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent wieder auf die großen gesetzlichen Krankenversicherungen.

Die Versicherten in Deutschland setzen seit der Einführung des Gesundheitsfonds mit seinem Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent wieder auf die großen gesetzlichen Krankenversicherungen. Nach einer Umfrage der "Berliner Zeitung" vom Freitag konnte die Techniker-Krankenkasse im ersten Quartal ihre Mitgliederzahl um 36.765 auf 4,992 Millionen steigern. Die Barmer Ersatzkasse verzeichnete nach einem Minus von rund 300.000 Mitgliedern in den vergangenen fünf Jahren ein Plus von 12.489 auf 5,210 Millionen Mitglieder. Die Deutsche Angestellten Krankenkasse legte der Umfrage zufolge um 6574 Mitglieder auf 4,617 Millionen zu, die AOK Bayern um 7125 auf 3,048 Millionen Mitglieder.

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(Foto: dpa)

Dabei profitieren die Kassen auch von der Rückkehr ehemaliger Mitglieder, die aus Preis- und nicht aus Leistungsgründen gewechselt hatten. "Der Anteil der Rückkehrer liegt bei über einem Drittel", sagte der Sprecher der Barmer Ersatzkasse, Thorsten Jakob. Ehemals billige Kassen bekommen den Fonds dem Bericht zufolge bereits jetzt zu spüren. Die einst günstige AOK Plus (alter Beitragssatz 13,8 Prozent) erlitt demnach im ersten Quartal einen Mitgliederverlust von 15.141. Auch die 2008 billigste Krankenkasse, die IKK Sachsen (12,7 Prozent), verzeichnete im ersten Quartal ein Minus, nachdem sie ihre Mitgliederzahl in den vorangegangenen fünf Jahren fast verdoppeln konnte.

"Trendwende"

Zwar lagen unter den großen Kassen einige nach dem ersten Quartal noch im Minus, etwa die AOK Baden-Württemberg, die AOK Niedersachsen und die Deutsche BKK. Jedoch fielen die Verluste weniger gravierend aus als in anderen Jahren. Ursache waren nach Kassenangaben zudem nicht Kündigungen, sondern Todesfälle. "Wir erleben eine Trendwende", sagte ein Sprecher der AOK Baden-Württemberg der Zeitung. "Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende des Jahres deutlich mehr Mitglieder haben werden als Ende 2008.

Quelle: ntv.de, AFP