Politik

Grüne legen sich auf Posten fest Özdemir soll Agrarminister werden

Die Grünen geben ihre Nominierungen für die Ministerposten im Bundeskabinett bekannt. Partei-Chef Robert Habeck soll Vizekanzler in einer künftigen Regierung werden, wie erwartet. Die Überraschung liegt bei seinem einstigen Amtskollegen Özdemir - der wird wohl Agrarminister. Auch weitere Personalien werden genannt.

Es war ein hartes Stück Arbeit auf den letzten Metern. Die Grünen bekamen sich über die Aufstellung ihrer Ministerriege für die neue Ampel-Regierung in die Haare. Nun gibt es Ergebnisse. Der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir soll in einer künftigen Bundesregierung mit SPD und FDP Agrarminister werden. Das teilten die Grünen nach stundenlangen Beratungen im Vorstand mit. Vorausgegangen war ein erbittertes Ringen zwischen Realos und linkem Flügel um die Verteilung der Kabinettsposten.

Der Fraktionsvorsitzende Toni Hofreiter vom linken Flügel ist nicht Teil des Personaltableaus an Spitzenämtern, über das die 125.000 Grünen-Mitglieder ab diesem Freitag gemeinsam mit dem Koalitionsvertrag abstimmen sollen. Er galt eigentlich als gesetzt, fällt nun aber zugunsten Özdemirs aus. Auch Co-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt ist nicht Teil der Aufstellung. Grünen-Chef Robert Habeck wird Vizekanzler sowie Klima- und Energieminister. Co-Chefin Annalena Baerbock wird wie erwartet Außenministerin.

Das Umweltministerium soll die frühere Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke übernehmen. Die rheinland-pfälzische Klimaministerin Anne Spiegel soll Familienministerin werden - ein Amt, das sie zuvor auf Landesebene ebenfalls schon inne hatte. Die aktuelle Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth soll Staatsministerin für Kultur und Medien werden.

Besonders die Schlappe für Hofreiter kommt unerwartet: Der in der Partei beliebte Bayer ist Vertreter des linken Flügels und passt fachpolitisch eher als der Verkehrspolitiker Cem Özdemir ins Agrarministerium. Allerdings besetzt das Verkehrsressort, auf das Özdemir gehofft hatte, die FDP. Offenbar ist es der Parteiführung wichtig, den erfolgreichen Politiker Özdemir dennoch ins nächste Kabinett einzubinden. Özdemir hat zudem seinen Wahlkreis mit überragendem Ergebnis direkt gewonnen.

Quelle: ntv.de, lve/rts/AFP

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