Politik

Kuchen auf dem Kopf Hacker kapern Guttenberg

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(Foto: Screenshot zuguttenberg.de)

Angriff von unbekannten Hackern oder raffinierte virale Werbung? Wahrscheinlich beides: Die Internetseite des früheren Bundesverteidigungsministers Guttenberg ist geknackt, der Politiker selbst zum "Bundeskuchenminister" ernannt worden.

Unbekannte haben die Website des früheren Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg gehackt. Der übliche Content unter der kryptischen Überschrift "Verantwortung verpflichtet" war am Sonntagnachmittag futsch, stattdessen fand sich unter zuguttenberg.de ein Bild, dass den CSU-Politiker mit einer etwas matschig wirkenden Torte zeigte. Daneben dieser Spruch: "Mit Freude geben wir bekannt, dass Karl-Theodor zu Guttenberg am heutigen Tag zum Bundeskuchenminister ernannt wurde."

Weiter hieß es, Guttenberg habe in seiner "Antrittsrede" betont: "Ich werde dies (gemeint ist vermutlich das Amt) mit all meinem Wissen und Gewissen ausüben und stehe den neuen Aufgaben positiv gegenüber(,) welche mich begleiten werden. Als Bundeskuchenminister ist es meine Aufgabe, die Kuchengesetze der Bundesrepublik Deutschland zu wahren und dafür zu sorgen, dass wir auch weiterhin in Frieden essen können." Am späten Nachmittag war die Seite dann komplett offline.

Guttenberg war am vergangenen Donnerstag von Aktivisten der "Hedonistischen Internationale" im Berliner Stadtteil Friedrichshain mit einer Torte attackiert worden. Sie drückten dem Politiker während eines Treffens mit dem Blogger Stephan Urbach eine (aufgetaute) Tiefkühltorte Marke "Schwarzwälder Kirsch" ins Gesicht. Urbach ist Mitarbeiter der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.

Auf ihrer Website wirft die "Hedonistische Internationale" Guttenberg vor, sich wieder "in der politischen Landschaft" etablieren zu wollen: "Der bis heute uneinsichtige Betrüger denkt wahrscheinlich wirklich, dass er damit durchkommt und seine von Springer bereits ausgerufene Kanzlerschaft wahr machen kann. Doch da hat er die Rechnung ohne den Konditor gemacht."

Guttenberg hatte im Januar angekündigt, dass er "auf lange Sicht" nicht mehr öffentlich auftreten wolle. Im Dezember hatte EU-Kommissarin Neelie Kroes Guttenberg zu ihrem Berater für die digitale Agenda gemacht. In dieser Funktion traf Guttenberg sich dann auch mit Urbach. Dieser Termin war nicht öffentlich, sondern ein einfaches Treffen in einer Bar. Öffentliche Aufmerksamkeit erhielt das Treffen erst durch die "digitalen Konditoren".

Quelle: ntv.de, hvo