Politik

Großoffensive auf Nablus Hamas: Weitere Attentate

Die radikale Palästinenser-Organisation Hamas hat es abgelehnt, ihre Selbstmord-Anschläge gegen Israel einzustellen. Dies käme einer Kapitulation gleich, sagte der Vorsitzende des Hamas-Politbüros, Chaled Meschaal.

Die Argumentation der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Jassir Arafat, eine Einstellung der Attentate könne dem Nahost-Frieden eine Chance geben, wies Meschaal zurück. Israel werde vielmehr seine Besatzung, die einen "brutalen Angriff auf unser Volk" darstelle, auch bei einer Abkühlungs-Phase fortsetzen. Die Fatah hatte die Hamas aufgefordert, die Anschläge einzustellen.

Panzer in Nablus

Die israelische Armee rückte am Mittwoch mit mehr als 100 Panzern in die palästinensische Stadt Nablus im Westjordanland ein. Soldaten riegelten alle Eingänge zur Altstadt ab und begannen Razzien von Haus zu Haus.

Außerdem drang die Armee in die dicht besiedelten Flüchtlingslager Balata und Askar ein. Über die 150.000 Einwohner wurde ungeachtet des Fastenmonats Ramadan eine Ausgangssperre verhängt. Nach Armeeangaben soll während des zeitlich unbefristeten Einsatzes militanten Palästinensergruppen ein Schlag versetzt werden.

In Nablus und anderen Städten des nördlichen Westjordanlandes wurden nach Armeeangaben 33 mutmaßliche militante Palästinenser festgenommen.

"Neues Verbrechen"

Arafat nannte den Einmarsch "ein neues Verbrechen der israelischen Armee gegen die Palästinenser". Planungsminister Nabil Schaath sagte, die Militäraktion stehe im Widerspruch zur Friedensdiplomatie und heize den Krieg nur an. Für die Palästinenser sei es schwierig, unter diesen Umständen ihre Bemühungen zur Rückkehr zum Friedensprozess fortzusetzen. Die Palästinensische Autonomiebehörde bat um rasche internationale Hilfe.

Die israelische Regierung bezeichnete die neue Militäraktion im nördlichen Westjordanland als Vergeltungsaktion für den Anschlag auf den Kibbuz Metzer vom Sonntagabend. Ein Palästinenser hatte fünf Menschen, darunter zwei kleine Kinder, erschossen. Nach Medienberichten wurde die Militäroperation jedoch bereits vor Wochen geplant.

Raketen auf Gaza

In der Nacht zuvor griffen israelische Kampfhubschrauber zudem erneut die Stadt Gaza im Gazastreifen mit Raketen an. Das Ziel sei eine mutmaßliche Waffenfabrik gewesen, hieß es von israelischer Seite. Der Besitzer der bombardierten Firma hingegen erklärte, in seinem Betrieb würden lediglich Ersatzteile für Autos hergestellt.

Im südlichen Gazastreifen erschossen israelische Soldaten palästinensischen Angaben zufolge ein zweijähriges Kind. Die Mutter sei bei dem Beschuss eines Wohnviertels im Flüchtlingslager von Rafah schwer verletzt worden.

Quelle: ntv.de