Politik

Für Einwohner Sachsen-Anhalts Haseloff will Unterkünfte zu Ostern öffnen

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Neben der Übernachtung in Ferienwohnungen will Haseloff den Einwohnern seines Bundeslandes auch das Reisen in Wohnmobilen erlauben.

(Foto: dpa)

Osterurlaub steht wegen steigender Infektionszahlen auf der Kippe und gilt als umstritten. Vor den Bund-Länder-Beratungen macht Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff nun aber deutlich: Er hält Ausflüge samt Übernachtung im eigenen Bundesland für unproblematisch und will deshalb Unterkünfte öffnen.

Sachsen-Anhalt will seinen Bürgern zu Ostern Urlaub im eigenen Bundesland ermöglichen. Die Einwohner sollten innerhalb des Bundeslandes sowohl reisen als auch Unterkünfte buchen können, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff der "Bild"-Zeitung. "Ich kann doch niemandem erklären, warum der gleiche Hausstand, der ohnehin zusammen wohnt, sich nicht mit den Kindern ins Auto setzen und in eine Ferienwohnung im eigenen Bundesland fahren darf", sagte Haseloff zur Begründung.

Der CDU-Politiker warnte davor, die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen in der Bevölkerung durch nicht nachvollziehbare Regeln zu verspielen. "Wenn wir Regeln machen, die keiner versteht und viele ignorieren, erreichen wir auch nichts", sagte Haseloff. Neben der Übernachtung in Ferienwohnungen will Haseloff den Einwohnern seines Bundeslandes der "Bild"-Zeitung zufolge auch das Reisen in Wohnmobilen erlauben.

Am Montag beraten die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Fortführung der Corona-Maßnahmen und die Möglichkeit weiterer Lockerungen. Aus den Ländern kamen trotz steigender Infektionszahlen zuletzt Rufe nach weiteren Öffnungsschritten, die durch strenge Schutzkonzepte abgesichert werden sollten.

Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef Bernd Althusmann sprach sich für Öffnungen im Hotel- und Gastgewerbe über Ostern aus. Mit einer "klugen Test- und Testapp-Strategie" sollte eine Erholung im eigenen Land möglich sein, sagte er der "Bild"-Zeitung. "Die Hotellerie hat ausgefeilte Hygiene-Konzepte, die ein Höchstmaß an Sicherheit bieten."

Zugleich müsse alles getan werden, um das steigende Infektionsgeschehen im Griff zu behalten. Althusmann regte Öffnungen bis zu einer Auslastung von maximal 60 Prozent an. Mit seiner Forderung geht er unter anderem auf Gegenkurs zu Bayern und Sachsen. Deren Landesregierungen lehnen Öffnungen über Ostern ab.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zeigte zuletzt wenig Verständnis dafür, "dass jetzt wieder der Mallorca-Urlaub dem Urlaub im eigenen Land aus epidemiologischen Gründen vorgezogen wird". Das verstehe niemand, sagte die SPD-Politikerin im Deutschlandfunk. Warum etwa eine Familie im Auto von Rostock nicht etwa auf den Darß an der Ostseeküste fahren könne, wohl aber eine Reise nach Mallorca möglich sei, "das hat die Bundesregierung noch nicht plausibel erklärt". Schwesig plädiert dafür, wenigstens kontaktlosen Urlaub zu ermöglichen.

Virologe Dittmer: "Ich würde es jetzt nicht tun"

Reisen über Ostern gelten auch unter Virologen als umstritten. Der Essener Virologe Ulf Dittmer rät dazu, auf Urlaubsreisen rund um Ostern zu verzichten - auch ins Ausland. "Über Ostern haben wir in den allermeisten Ländern außer Israel keine stabile Lage", sagte der Leiter des Instituts für Virologie an der Uniklinik Essen. "Auch die Lage auf den Balearen halte ich nicht für stabil." Es könne auch dort schnell wieder in die andere Richtung gehen. "Ich würde es jetzt nicht tun über Ostern."

Er sehe mehrere Risiken: "Dass man sich infiziert und dort ins Krankenhaus muss oder dass man von Gegenmaßnahmen wie Quarantäne betroffen ist oder wieder Flüge ausfallen". Jeder solle sich genau überlegen, was er an Urlaub verantworten könne. Einen innerdeutschen Urlaub etwa in einer Ferienwohnung hält Dittmer ebenfalls für bedenklich. "Virusverbreitung und Infektionszahlen haben etwas mit Mobilität zu tun. Und natürlich würde das die Mobilität erhöhen."

Quelle: ntv.de, hek/AFP/dpa

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