Politik

Apple und Google greifen durch Hildmanns Telegram fast komplett gesperrt

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Attila Hildmann kann seine Hetze vorerst auf den meisten Geräten nicht weiter verbreiten.

(Foto: picture alliance / Eventpress Hoensch)

Seit einem Jahr verbreitet der frühere Vegan-Koch Attila Hildmann Hetze, Antisemitismus und Gewaltaufrufe über Telegram. Die Plattform selbst lässt ihn gewähren. Nun greifen aber offenbar Apple und Google eigenmächtig durch.

Die zwei größten Anbieter von Smartphone-Betriebssystemen, Apple und Google, haben offenbar den Telegram-Kanal des bekannten Rechtsextremisten und Antisemiten Attila Hildmann gesperrt. Auf iPhones und vielen Android-Geräten war die Plattform des früheren Vegan-Kochs nicht mehr zu erreichen, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.

Um eine Sperre des Chat-Dienstes Telegram selbst handelt es sich demnach aber nicht, über die Desktop-Version der App sei der Kanal mit über 100.000 Followern nach wie vor abrufbar. Betroffen seien dagegen die Apps, die über die offiziellen Stores von Google und Apple herunterzuladen sind. Telegram selbst ist dafür bekannt, selbst bei offensichtlicher Hasspropaganda und Gewaltaufrufen nur sehr selten Inhalte zu sperren.

Verbreitung von Hetze

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Hildmann nutzte die Plattform immer wieder zur Verbreitung von Hetze. Er hatte den Kanal vor etwa einem Jahr ins Leben gerufen, als er öffentlich anfing, mit Aussagen aus Verschwörungsgläubiger-Kreisen auf sich aufmerksam zu machen. Seitdem verbreitete Hildmann auf Telegram nicht nur Desinformation zur Corona-Krise, sondern hetzte auch offen gegen Juden und Homosexuelle und rief zum bewaffneten Widerstand gegen die Regierung auf. Er teilte dort Bilder von Hakenkreuzen und Videos, die Waffengewalt verherrlichen und verlinkte zu Shops, die Waffen verkaufen.

Insbesondere Apple hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach eigenmächtig gegen problematische Kanäle auf Telegram durchgegriffen und Chats gesperrt, die etwa Terrorismus propagierten. Eine offizielle Erklärung von Google und Apple, warum die Sperre nun erfolgte und warum sie nicht bereits früher durchgesetzt wurde, gibt es bislang nicht.

Quelle: ntv.de, mra

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