Politik

Japaner mit Chinesen verwechselt Hollande leistet sich peinlichen Versprecher

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Frankreichs Präsident François Hollande mit dem japanischen Premier Shinzo Abe

(Foto: picture alliance / dpa)

Als wären das verfehlte Defizitziel und die steigende Arbeitslosigkeit nicht schon genug, um den französischen Präsidenten Hollande in die Negativ-Schlagzeilen zu bringen. Nun macht der Staatschef auf seiner Japan-Reise auch noch mit einem äußerst peinlichen Versprecher auf sich aufmerksam.

Frankreichs Präsident François Hollande macht auch auf seiner Japan-Reise nicht vor Fettnäpfchen Halt. Bei einer Pressekonferenz in Tokio verwechselte der Staatschef Japaner mit Chinesen - angesichts der historisch angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern ein heikles Versehen. Hollande sprach über eine blutige Geiselnahme in einer Gasförderanlage in Algerien, bei der im Januar zehn Japaner getötet worden waren. Er verwies darauf, dass er das "Mitgefühl des französischen Volkes an das chinesische Volk" übermittelt habe.

Fast wäre der Patzer unbemerkt geblieben. Hollande hielt seine Rede auf Französisch, eine Simultandolmetscherin bügelte den Fehler des französischen Staatschefs geistesgegenwärtig aus und ersetzte das chinesische durch das japanische Volk. Mindestens ein französischsprechender japanischer Journalist aber bemerkte die Verwechslung.

Die Beziehungen zwischen China und Japan sind unter anderem wegen des Zweiten Weltkriegs erheblich belastet. Immer wieder flammen zudem territoriale Auseinandersetzungen auf. Vor allem der Streit um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer erhitzte zuletzt die Gemüter auf beiden Seiten.

Lob für "Abenomics"

Im Rahmen seiner Japan-Reise lobte Hollande die japanische Konjunkturpolitik, die besonders in Deutschland Kritik hervorruft, ausdrücklich. Dabei verwies er auf die "dem Wachstum eingeräumte Priorität" und die Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Japan. "In Europa müssen wir dem Wachstum auch Priorität einräumen", fügte Hollande hinzu. Die Konjunkturpolitik von Japans Regierungschef Shinzo Abe, die auch "Abenomics" genannt wird, setzt auf massive staatliche Konjunkturprogramme, lockere Zinspolitik der Zentralbank und strukturelle Reformen. Der Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte diese Politik zwar insgesamt gelobt, aber auch vor "beträchtlichen Risiken" gewarnt und Strukturreformen angemahnt.

Auch Frankreich wurde von der EU-Kommission und dem IWF jüngst ermahnt, rascher Strukturreformen umzusetzen. Das Land steckt nicht zuletzt aufgrund von Wettbewerbsproblemen in einer Wirtschaftskrise mit ständig steigender Arbeitslosigkeit. Forderungen aus Paris nach einer Lockerung der Geldpolitik waren in der EU insbesondere am deutschen Widerstand gescheitert.

Quelle: ntv.de, AFP

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