Politik

Unmut in Ägypten wächst Hunderte besetzen Tahrir-Platz

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Sie werden wieder aufgebaut: Ein Ägypter vor einem Zelt auf dem Tahrir-Platz.

(Foto: REUTERS)

Ungeachtet des gewaltsamen Vorgehens der ägyptischen Sicherheitskräfte gegen die Proteste haben hunderte Demonstranten erneut den Kairoer Tahrir-Platz besetzt. Viereinhalb Monate nach dem Sturz von Präsident Husni Mubarak errichteten sie wieder Zelte auf dem Platz, der Anfang des Jahres Hauptschauplatz der Proteste gewesen war.

Zu der Aktion hatten Demokratie-Aktivisten aufgerufen, nachdem es am Dienstag und Mittwoch bei Protesten auf dem Platz zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen war.

Prozesse lassen warten

Die Protestaktion soll der Forderung der Opposition nach einem energischeren Vorgehen der Justiz gegen Vertraute von Mubarak Nachdruck verleihen. Insbesondere die Tatsache, dass der Prozess gegen den früheren Innenminister Habib el Adli wegen der Tötung von mehr als 800 Menschen während des Volksaufstands noch immer auf sich warten lässt, sorgt für Unmut.

Zudem vertagte ein Gericht in Alexandria einen Prozess auf Ende September, in dem sich zwei Polizisten wegen des Tods des Bloggers Chaled Said verantworten müssen. Ihnen wird vorgeworfen, den jungen Mann im Juni 2010 totgeprügelt zu haben. Dieser Vorfall hatte eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung gegen die Regierung gespielt.

Quelle: ntv.de, AFP