Politik

"Allah wird uns alle töten" ICE wird in Freiburg geräumt

2xqf1101.jpg1236641102217861054.jpg

Endstation Freiburg. Wie real die Gefahr ist, muss die Bundespolizei klären.

(Foto: dpa)

Ein vollbesetzter ICE wird wegen einer CD-Rom mit der Aufschrift "Allah wird uns alle töten" in Freiburg gestoppt. Die CD war im Bordbistro des Zuges von Berlin nach Interlaken gefunden worden. Die Bundespolizei leitet den Zug auf ein Nebengleis und sucht den Urheber der CD. Rund 250 Passagiere sind betroffen.

Ein vollbesetzter ICE ist wegen einer CD-Rom mit der Aufschrift "Allah wird uns alle töten" in Freiburg gestoppt worden. Die CD wurde im Bordbistro des ICE von Berlin nach Interlaken gefunden und in Karlsruhe der Bundespolizei übergeben. Diese löste Alarm aus. Eine Gefahr konnte nicht ausgeschlossen werden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei.

2xqf1610.jpg2951388408347585197.jpg

Der Zug wird auf ein Abstellgleis rangiert und dort evakuiert.

(Foto: dpa)

Der Zug fuhr von Karlsruhe aus zunächst weiter, wurde in Freiburg aber auf ein Nebengleis geführt und dort gestoppt. Die Waggons wurden geräumt, etwa 250 Passagiere mussten auf andere Züge umsteigen. Sie konnten ihre Reise ungehindert fortsetzen. Die Evakuierung sei reibungslos verlaufen, hieß es. Polizei und Rettungsdienste waren im Großeinsatz.

Keine Hektik und Beunruhigung

"Wir wurden aufgefordert, in einen anderen Zug umzusteigen", sagte ein Bahnreisender. "Es gab keine Hektik und keine Beunruhigung." Die meisten Reisenden seien von einem technischen Problem ausgegangen. Von der mysteriösen Drohung wurde den Passagieren nichts bekannt.

Der ICE 374 wurde auf einem Abstellgleis gefahren und dort durchsucht. Eingesetzt wurden auch für Sprengstoff ausgebildete Suchhunde. Gefunden wurde den Angaben zufolge nichts. Nach rund vier Stunden konnte der Zug weiterfahren.

Hinweise auf denjenigen, der die CD-Rom hinterlassen habe, gebe es bislang nicht, teilte die für den Bahnverkehr zuständige Bundespolizei mit. Auf der Suche nach dem Urheber mussten zunächst Spuren gesichert werden.

BND warnt vor Racheaktionen

Zuvor hatte der Bundesnachrichtendienst vor Racheaktionen von fanatischen Al-Kaida-Anhängern gewarnt. "Wir müssen derzeit besonders auf Einzeltäter achten, die nicht aus fest strukturierten Zusammenhängen kommen, sondern mit Bestrafungsaktionen ihren Beitrag zum Dschihad leisten wollen", sagte BND-Chef Ernst Uhrlau dem "Spiegel". Attentäter wie der Frankfurter Islamist, der im März zwei US-Soldaten am Frankfurter Flughafen erschossen hatte, seien mindestens eine so große Gefahr wie organisierte Anschläge von Al-Kaida selbst.

Bin Laden plante neuen Terror

Die bei der Operation in Pakistan sichergestellten Funde deuten nach US-Angaben darauf hin, dass keineswegs durch Krankheit geschwächt und unwichtig für Al-Kaida geworden war. Er habe vielmehr weiter eine bedeutende Rolle beim Schmieden von Terrorkomplotten gespielt.

Den gefundenen Unterlagen zufolge erwog die Terrororganisation Al-Kaida angeblich Anschläge auf Züge am zehnten Jahrestag der Attacken vom 11. September 2001. Der Sender ABC News zitierte aus einem vom Heimatschutzministerium veröffentlichten Bulletin an verschiedene Sicherheitsbehörden, demzufolge das Terrornetz zumindest bis Februar 2010 an "eine Operation gegen Züge an einem nicht näher bezeichneten Ort" am zehnten Jahrestag dachte. Als eine Option habe die Al-Kaida überlegt, einen Zug durch Manipulation der Schienen auf einer Brücke zum Entgleisen zu bringen.

Nach Angaben des Senders befinden sich unter dem sichergestellten Material Grafiken und Webseiten, die darauf hinweisen, dass verschiedene Terrorkomplotte in Betracht gezogen wurden. Nach ersten Auswertungen habe aber keines davon die Planungsphase erreicht, es habe sich vielmehr um Überlegungen gehandelt, wurde das Stadium beschrieben. ABC News berief sich dabei auf US-Regierungsbeamte.

Quelle: ntv.de, dpa