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Kulturstätte in Palmyra IS zerstört historische Löwenskulptur

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Diese Männer sind vor dem IS geflohen, als dieser die Stadt Palmyra unter seine Gewalt brachte.

(Foto: REUTERS)

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" zerstört nicht nur unzählige Menschenleben, sondern hat es auch auf historische Kulturstätten abgesehen. Im Mai dringt der IS in die Kulturstätte Palmyra ein, jetzt zerstört er eine jahrhundertealte Löwenskulptur.

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Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die berühmte Löwenskulptur aus dem Allat-Tempel der syrischen Oasenstadt Palmyra zerstört. "Das ist das schlimmste Verbrechen, das die Dschihadisten am Erbe von Palmyra begangen haben", sagte der Direktor der syrischen Antikensammlungen, Maamun Abdelkarim, der Nachrichtenagentur AFP. Er bezeichnete die Löwenskultpur, die am Eingang des Museums von Palmyra stand, als "einzigartig". Allat ist eine vorislamische Göttin der Araber. Die Zerstörung der Skultpur erfolgte laut Abdelkarim am Samstag.

Die Kalkstein-Skulptur des Löwen wurde 1977 von einer polnischen archäologischen Mission entdeckt. Sie wurde auf das erste vorchristliche Jahrhundert datiert. Abdelkarim sagte, die Skulptur sei mit einer Metallplatte und mit Sandsäcken vor den Wirren des syrischen Bürgerkriegs geschützt worden. "Wir haben es nie für möglich gehalten, dass der IS kommen würde, um sie zu zerstören."

Der IS drang am 21. Mai nach Palmyra vor. Die archäologischen Stätten der Stadt zählen zum Weltkulturerbe der UN-Wissenschaftsorganisation Unesco.

IS zielt auf das Mark der Gesellschaft

"Extremisten zerstören kulturelles Erbe nicht als Kollateralschaden", sagte Unesco-Generalsekretärin Irina Bukova am Mittwoch bei einem Vortrag in London. "Sie zielen systematisch auf das Mark der Gesellschaften."

Der IS verbreitete derweil Fotos von der Zerstörung mehrerer Statuen, die aus Palmyra stammten und von dort in den Norden des Landes verschleppt worden waren. Auf den Fotos ist zu sehen, wie IS-Kämpfer mit Vorschlaghammern die Statuen zertrümmern.

Ein islamisches Gericht habe entschieden, dass der Dieb eine Strafe erhalten und die Statuen zerstört werden sollten, hieß es in der IS-Erklärung. Die vom IS vertretene strenge Auslegung des Islam sieht in Statuen von Menschen und Tieren eine Götzenverehrung.

Quelle: n-tv.de, spt/AFP

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