Politik
Spurensicherung am Tatort.
Spurensicherung am Tatort.(Foto: picture-alliance/ dpa)
Freitag, 20. Mai 2011

Aufklärung nur in wenigen Fällen: Immer mehr Wohnungseinbrüche

Wohnungen und das Internet - beide Bereiche werden 2010 zu Einfallstoren für kriminelle Aktivitäten. Insgesamt aber ist die Zahl der registrierten Straftaten in Deutschland im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen. Erstmals wird die Sechs-Millionen-Grenze unterschritten. Das sagt die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent gestiegen. Es wurden 121.347 Fälle gezählt. Die Aufklärungsquote lag bei nur knapp 16 Prozent. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hervor, die Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) heute in Berlin vorstellte.

Daten ausgespäht und abgefangen

Auch bei den Straftaten im Internet ließ sich ein Anstieg verzeichnen. Mit 223.642 Fällen wurde in diesem Bereich der bislang höchste Wert registriert. Dabei entfielen mehr als 80 Prozent auf Betrugsdelikte. Der Computer wird somit immer häufiger zum Tatwerkzeug von Kriminellen. In der Statistik ist die Computerkriminalität im vergangenen Jahr um mehr als 12 Prozent auf rund 84.400 Fälle gestiegen. Den starken Anstieg führt Friedrich vor allem darauf zurück, dass deutlich häufiger als 2009 Daten ausgespäht und abgefangen wurden.

Insgesamt aber ist die Zahl der registrierten Straftaten in Deutschland im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen. Der Statistik zufolge wurde mit 5,933 Millionen Straftaten erstmals seit der Wiedervereinigung die Sechs-Millionen-Grenze unterschritten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies einen Rückgang von zwei Prozent. Zugleich erreichte die Aufklärungsquote mit 56 Prozent den höchsten Wert seit Einführung der gesamtdeutschen Kriminalstatistik im Jahr 1993. Am höchsten lag sie mit 65,3 Prozent in Thüringen. An zweiter Stelle rangierte Bayern mit einer Quote von 64,6 Prozent und an dritter Stelle Niedersachsen mit 62,9 Prozent. Am niedrigsten lag sie mit 46,2 Prozent in Hamburg.

Im Vergleich der Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern gibt es die meisten registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohner nach wie vor in Frankfurt. Auf dem zweiten und dem dritten Platz liegen wie schon im Jahr 2009 Hannover und Berlin.

Ein verzerrtes Bild?

Nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeichnet die Kriminalstatistik ein verzerrtes Bild der Kriminalitätsbedrohung. "Es hat sich seit langem erwiesen, dass diese Statistik nicht das entsprechende Sicherheitsgefühl und das Sicherheitsgeschehen in Gänze wiedergibt", sagte GdP-Chef Bernhard Witthaut laut Medienberichten.

"Diese Statistiken können sehr wohl so manipuliert werden, dass nach außen hin alles gut dasteht." Zum Beispiel gebe es Versuche, einen aufgeklärten Einbruch dreifach zu erfassen, indem als separate Delikte Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung dazu gezählt würden. Tatsächlich handle es sich aber nur um eine aufgeklärte Tat, erklärte Witthaut.

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Quelle: n-tv.de