Politik

Ägypter liefern sich Massenschlägerei In Alexandria brennt es

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Oppositionelle zündeten Medienberichten zufolge Autos und Busse an.

(Foto: AP)

Ägypten erlebt ein Deja-vu: Auch vor dem zweiten Referendum über die neue Verfassung des Landes eskaliert vor einer Moschee in Alexandria die Gewalt. Wieder erleiden Dutzende Menschen Verletzungen.

Einen Tag vor der zweiten und letzten Runde des Verfassungsreferendums in Ägypten sind Islamisten und Oppositionelle wieder aufeinander losgegangen. Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija wurden bei der Massenschlägerei in der Hafenstadt Alexandria 68 Menschen verletzte. Die Polizei versuchte, die Kontrahenten, die Steine und Brandbomben warfen, mit Tränengas auseinanderzutreiben. Augenzeugen berichteten, junge Männer hätten mehrere Busse angezündet, mit denen die Islamisten angereist waren.

Das ägyptische Nachrichtenportal youm7 meldete, die Anhänger der Opposition hätten die radikalen Islamisten attackiert, als sich diese nach dem Freitagsgebet vor der Al-Kaid-Ibrahim-Moschee versammelten. Die Kundgebung der Islamisten stand unter dem Motto "Schutz der Religionsgelehrten und Moscheen". Die Al-Kaid-Ibrahim-Moschee war eine Woche zuvor von Gegnern der Islamisten belagert worden, weil ein Prediger dort die Gläubigen aufgerufen hatten, für den Verfassungsentwurf zu stimmen. Die Demonstranten riefen: "Wir wollen eine islamische Verfassung, nein zum Säkularismus."

Prediger mischen sich in Politik ein

Obwohl Wahlpropaganda in Gotteshäusern in Ägypten verboten ist, mischten sich auch beim Freitagsgebet Prediger wieder in die Politik ein. "youm7" berichtete, in Suez sei es deshalb in mehreren Moscheen zu Streit zwischen dem Prediger und den Betenden gekommen. Ein Prediger habe den Gläubigen sogar gesagt, wer mit "Ja" stimme, komme ins Paradies.

Wenig Resonanz fand der Aufruf einiger Oppositionsgruppen zu Demonstrationen gegen die Verfassung in Kairo. Am Abend versammelten sich einige hundert Aktivisten auf dem Tahrir-Platz. "Wir haben keine Zeit zu protestieren, wir bereiten uns lieber auf das Referendum vor, damit wir die Fälschung des Ergebnisses verhindern", sagte ein Mitglied der revolutionären Jugendbewegung 6. April.

Quelle: ntv.de, dpa

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