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Anti-Terror-Einsatz in Rostock Infos für Razzia aus Umfeld von Franco A.

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Oberleutnant Franco A. wurde Ende April festgenommen. Er soll mit zwei Komplizen ein Attentat geplant haben.

(Foto: picture alliance / Robert Schles)

Der mutmaßlichen Terrorzelle aus Mecklenburg-Vorpommern sind die Ermittler offenbar durch Hinweise eines Bundeswehr-Offiziers auf die Spur gekommen. Der Mann soll im Rahmen des Verfahrens gegen Franco A. befragt worden sein - und wusste wohl mehr als erwartet.

Die jüngsten Anti-Terror-Durchsuchungen in Mecklenburg-Vorpommern beruhen einem Medienbericht zufolge auf Hinweisen aus dem Ermittlungsverfahren gegen den terrorverdächtigen Bundeswehr-Oberleutnant Franco A. Demnach hat ein Bundeswehr-Offizier der Reserve bei einer Befragung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz Hinweise auf eine Gruppe von Rechtsextremisten in Norddeutschland geliefert, die sich für einen "Bürgerkrieg" mit Waffen ausrüste, berichtet die Tageszeitung "Die Welt".

Die "Welt" berichtet weiter, es sei dem Bundeskriminalamt (BKA) in den vergangenen Wochen gelungen, die Verdächtigen zu identifizieren. Es soll sich demnach um sechs Personen handeln. Sie sollen in Chatgruppen über Messengerdienste miteinander kommuniziert haben. Die Bundesanwaltschaft wollte diese Informationen weder bestätigen noch dementieren. Man kommentiere Medienberichte grundsätzlich nicht, sagte eine Sprecherin in Karlsruhe.

Am Montagmorgen hatten Spezialkräfte des Bundeskriminalamtes und der Bundespolizei Wohnungen und Geschäftsräume von zwei Verdächtigen in Rostock und Grabow sowie von mehreren weiteren Personen durchsucht, die in dem Verfahren als Zeugen geführt werden. Der beschuldigte Rechtsanwalt und Kommunalpolitiker aus Rostock hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Der andere Verdächtige ist Polizeibeamter. Er wurde vorläufig vom Dienst suspendiert.

Die beiden sollen infolge der Flüchtlingspolitik einen Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung befürchtet haben. In diesem Fall hätten sie geplant, Personen aus dem linken politischen Spektrum mit ihren Waffen zu töten. Dazu sollen sie eine Liste mit Namen angelegt haben. Der rechtsextreme Oberleutnant Franco A. war Ende April unter Terrorverdacht festgenommen worden. Er soll mit zwei Komplizen ein Attentat auf hochrangige Politiker oder Personen des öffentlichen Lebens geplant haben.

Quelle: n-tv.de, cfo/dpa

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