Politik

Im Osten des Landes Iran schießt US-Drohne ab

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Die Abwehr von Angriffen aus der Luft üben iranische Streitkräfte seit Jahren.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die USA verstärken offenbar ihre Bemühungen, Informationen über das Forschreiten des iranischen Atomprogramms zu erlangen. Ein Zwischenfall scheint die Pläne zu durchkreuzen. Der Iran meldet den Abschuss eines unbemannten Fluggeräts. Möglicherweise fällt Teheran damit hochgeheimes Kriegsgerät in die Hände.

Mitten in einer schweren diplomatischen Krise mit dem Westen hat der Iran laut einem Fernsehbericht eine US-Drohne abgeschossen. Der unbemannte Flugkörper sei vom benachbarten Afghanistan aus in den iranischen Luftraum eingedrungen, berichteten iranische Medien. Bilder des abgeschossenen Flugzeugs gab es nicht.

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Der Iran will ein unbemanntes Aufklärungsflugzeug zerstört haben (Im Bild ein MQ-1 Predator).

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach dem angeblichen Abschuss einer US-Drohne bestätigten NATO-Kräfte im benachbarten Afghanistan den Verlust eines unbemannten Flugzeugs. "Die Drohne, auf die sich die Iraner beziehen, könnte ein unbewaffnetes US-Aufklärungsflugzeug sein, das Ende vergangener Woche eine Mission über Westafghanistan flog", teilte die NATO in Kabul mit. Die Bodenkontrolleure der Drohne hätten die Kontrolle über das Flugzeug verloren und sich seitdem darum bemüht, "seinen Status festzustellen".

Das US-Verteidigungsministerium in Washington äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall. In diesem Jahr sollen nach unbestätigten iranischen Angaben bereits mehrere Drohnen abgeschossen worden sein.

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In den iranischen Zeitungen spiegelt sich noch immer die Botschaftsstürmung wider.

(Foto: REUTERS)

Der Westen wirft dem Iran vor, heimlich an Atombomben zu bauen. In der vergangenen Woche war über einen Militärschlag von israelischer oder US-Seite spekuliert worden.

Das iranische Militär kündigte als Reaktion auf das Eindringen der zu Spionagezwecken eingesetzten US-Drohne eine nicht näher erläuterte Reaktion an. Ein solcher Schritt werde nicht auf die eigenen Landesgrenzen beschränkt sein, zitierte der Sender IRIB eine Stellungnahme der Streitkräfte.

Drohne beschlagnahmt

Nach einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Fars befinde sich der weitgehend intakte Aufklärer vom Typs RQ-170 in der Hand des iranischen Militärs. Bereits im Januar dieses Jahres will der Iran zwei westliche Drohnen abgeschossen haben. Das Pentagon in Washington gab dafür keine Bestätigung. Im Juli hatten die Revolutionsgarden selbst einen Medienbericht über einen weiteren Abschuss dementiert.

Eine Tarnkappen-Drohne des Typs RQ-170 wurde auch beim Ausspähen des Unterschlupfs von Terroristenführer Osama bin Ladens eingesetzt, wie die "Washington Post" im Mai unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtete. Die US-Luftwaffe habe 2009 die Existenz der Aufklärungs-Drohne eingeräumt, nachdem sie zwei Jahre zuvor auf einem Stützpunkt in Kandahar ausgespäht worden sei. Die Drohne sei während der Kommandoaktion gegen Bin Laden genutzt worden, um Präsident Barack Obama und seinem Sicherheitsteam Aufnahmen des Einsatzes zu liefern. Bin Laden war bei einem US-Spezialeinsatz im Mai dieses Jahres in Pakistan getötet worden.

Nach Angaben der US-Luftwaffe ist die RQ-170 Sentinel ein unbemanntes Aufklärungs- und Beobachtungsflugzeug mit Tarnkappeneigenschaften. Die Spionage-Drohne wird von einem US-Stützpunkt in Nevada aus gesteuert. Hersteller ist die Rüstungsfirma Lockheed Martin.

Die USA setzen im Anti-Terror-Kampf ihre Drohnen auch zunehmend dazu ein, um mit ferngesteuerten Raketen Ziele zu treffen. Diese todbringenden Einsätze sorgen vor allem in Pakistan für schwere Proteste in der Bevölkerung.

Krise nimmt kein Ende

Der jüngste Drohnen-Abschuss könnte die anhaltende diplomatische Krise zwischen dem Iran und dem Westen um das iranische Atomprogramm weiter verschärfen. Die EU-Außenminister hatten am Donnerstag massive Wirtschaftssanktionen gegen das Land beschlossen: Iranisches Öl soll nicht mehr eingeführt werden und das Finanzsystem von dem des Westens abgeschnitten werden. Kurz nach den EU-Beschlüssen stimmte der US-Senat für neue Sanktionen gegen die Teheraner Zentralbank.

Nachdem Ende November mehrere hundert Demonstranten die  Mob stürmt Botschaft in Teheran hatten, musste der Iran alle Diplomaten aus London abziehen. Deutschland, Frankreich und mehrere andere Länder zogen ihre Botschafter aus Teheran ab.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts/AFP

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