Politik

Machtspiele in Teheran Iran startet Militärmanöver

16471144.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Atomstreit mit dem Iran spitzt sich täglich weiter zu. Israel denkt laut über einen Angriff auf den Iran nach, falls es keine schärferen Sanktionen gegen das Land geben sollte. Doch Teheran zeigt sich unbeirrt - und startet ein Manöver zur Verteidigungsfähigkeit.

Vor dem Hintergrund der Diskussionen in Israel über einen Angriff auf iranische Atomanlagen hat die iranische Armee ein viertägiges Manöver begonnen. Der staatliche Sender Press TV berichtete, die Übungen hätten am Vortag im Osten des Landes begonnen. Sie sollten dazu dienen, die Verteidigungsfähigkeit des Landes zu überprüfen. Zunächst werde die Einrichtung von Kommandostäben und die Stationierung verschiedener Einheiten geübt, meldete der Fernsehsender.  

In Israel wird derzeit die Möglichkeit eines Militärangriffs auf iranische Atomanlagen debattiert. Anlass dafür ist ein Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, nachdem es ernstzunehmende Hinweise auf ein Atomwaffen-Programm im Iran gibt. Die Führung in Teheran bestreitet diese Vorwürfe, gibt aber nicht alle Elemente ihres Atomprogramm preis.        

Führende Politiker in den USA und Westeuropa haben allerdings vor einem Militärschlag gegen den Iran gewarnt. Dort wird eine Verschärfung der Sanktionen favorisiert - ein Schritt, der aber von Russland und China abgelehnt wird.   

"Dann ändert sich die ganze Welt"

Der israelische Sicherheitsexperte Dan Schueftan sieht zu einem Militärschlag keine Alternative, wenn es keine weiteren Sanktionen gibt. Dann bleibe eigentlich nur noch ein Angriff, sagte der Wissenschaftler vom National Security Center der Universität Haifa. Wenn man den Iran jetzt ungehindert Kernwaffen bauen lasse, würden in Kürze auch Ägypten, die Türkei, Saudi-Arabien und andere arabische Staaten zu Atommächten werden. Auch Argentinien, Brasilien und Venezuela könnten als Atommächte hinzukommen. "Dann ändert sich die ganze Welt", warnte Schueftan. Wenn es keine scharfen Sanktionen gegen den Iran gebe, dann müsse man "etwas Militärisches machen, am liebsten etwas Amerikanisches", forderte er.

"Wenn die Amerikaner gar nichts machen, wenn es keine Sanktionen gibt und es nur die Wahl gibt zwischen einem Angriff und einer globalen Katastrophe, dann ist der Angriff weniger gefährlich", sagte der Sicherheitsexperte.           

Israel fürchte nicht, bei einem eventuellen Angriff auf den Iran die Unterstützung der Welt zu verlieren - nur die der Amerikaner. Die Europäer - und auch Deutschland - täten ohnehin "sehr wenig" für Israel. Andere Teile der Welt seien schon jetzt feindlich eingestellt. "Die einzige Sache, die sich negativ ändern kann, ist die amerikanische Einstellung." Das sei allerdings sehr gefährlich und sehr negativ, gab Schueftan zu bedenken.           

Quelle: n-tv.de, rts