Politik
Mittwoch, 10. August 2011

"Cameron hat Legitimität verloren": Iran und Libyen verurteilen Briten

Alles eine Frage der Perspektive: Sowohl der iranische Präsident Ahmadinedschad als auch ein Vertreter Gaddafis verurteilen das Vorgehen der Polizei in Großbritannien. Wie in einer Realsatire drehen die Regierungen den Spieß einfach um und schlagen sich auf die Seite der Demonstranten - so wie es der Westen bei Unruhen in ihren Ländern getan hat.

"Auf Stimme des Volkes hören": David Cameron im Visier.
"Auf Stimme des Volkes hören": David Cameron im Visier.(Foto: AP)

Der Iran und Libyen haben das Vorgehen der britischen Polizei bei den Krawallen in London und anderen Städten des Landes verurteilt. "Diese grausame Behandlung von Menschen ist absolut inakzeptabel, die britischen Staatsmänner müssen die Stimme des Volkes hören und ihm Freiheiten einräumen", erklärte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad laut einem Bericht des Staatsfernsehens. "Die britischen Politiker sollten sich um ihre eigenen Leute kümmern, anstatt nach Afghanistan, den Irak und Libyen einzumarschieren, um ihr Öl zu rauben."

Der libysche Vizeaußenminister Chaled Kaaim erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Jana, Großbritanniens Premierminister David Cameron habe "jegliche Legitimität verloren". Er forderte den Rücktritt der gesamten britischen Regierung nach der "gewaltsamen Niederschlagung friedlicher Demonstranten durch die Polizei". Ahmadinedschad und Kaaim forderten zudem den UN-Sicherheitsrat auf, das Vorgehen der britischen Polizei zu verurteilen.

Britische Städte wurden in der Nacht zum Mittwoch die vierte Nacht in Folge von schweren Ausschreitungen erschüttert. Großbritannien ist eines der maßgeblich am Libyen-Einsatz beteiligten Länder, die innerhalb der NATO aus der Luft die libyschen Aufständischen militärisch unterstützen. London hatte zudem das Vorgehen gegen die iranische Opposition nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Juni 2009 scharf kritisiert und unterstützt seit Jahren internationale Sanktionen wegen des Atomprogramms Teherans.

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Quelle: n-tv.de

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