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"Besorgniserregende Eskalation" Iran weitet Atomprogramm aus

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Die Schwerwasser-Anlage in Arak ist schon seit Längerem eingeweiht. Nun macht der Bau der Plutoniumfabrik Fortschritte.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Kapazitäten zur Urananreicherung werden ausgebaut, moderne Zentrifugen installiert, und der Bau der Plutoniumfabrik macht Fortschritte: Die USA sind besorgt über die jüngsten Entwicklungen im Iran und bekräftigen ihr Interesse an einer diplomatischen Lösung des Atomkonfliktes. Der Iran setzt auf eine "Win-Win-Situation".

Die USA haben sich besorgt über die jüngste Erweiterung des iranischen Atomprogramms geäußert. Der US-Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Joseph Macmanus, sagte in Wien, die Islamische Republik habe ihre Kapazitäten zur Urananreicherung weiter ausgebaut und dabei auch moderne Zentrifugen installiert. Dies sei eine "besorgniserregende Eskalation einer bereits verbotenen Aktivität". Auch die Baufortschritte an der Plutoniumfabrik am Standort Arak seien keine guten Nachrichten. Gleichwohl bekräftigte er das Interesse an einer diplomatischen Lösung mit der neuen politischen Führung in Teheran.

Der neue iranische Präsident Hassan Rohani hatte zuletzt eine zügige Lösung des seit Jahren schwelenden Atomkonfliktes gefordert. Es gebe nicht unbegrenzt Zeit für eine Einigung. Rohani ist Nachfolger von Mahmud Ahmadinedschad, der für seine harte Position gegenüber dem Westen bekannt war. Rohani, einst Unterhändler in den Atomverhandlungen mit den Vereinten Nationen (UN), gilt als eher moderat. Am Dienstag hatte Rohani gesagt, der Iran werde "keinen Deut" seiner Rechte zur Nutzung der Atomenergie aufgeben. Er warnte, dass mit "Druck und Drohungen" keine Ergebnisse zu erzielen seien.

Nach den Worten von Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif strebt das Land in den Verhandlungen eine "Win-Win-Lösung" an. Ziel sei "ein friedliches und transparentes Nuklearprogramm unter internationaler Kontrolle und nach dem Regelwerk der Internationalen Atomenergiebehörde", sagte Sarif im englischsprachigen iranischen Fernsehsender Press-TV. So könne der Iran seine Rechte wahren, und die Weltgemeinschaft sei der friedlichen Nutzung der Atomenergie versichert und könne die Sanktionen gegen das Land aufheben.

Der Westen verdächtigt den Iran seit Jahren, ein militärisches Atomprogramm zu betreiben. Teheran weist den Vorwurf zurück.

Quelle: n-tv.de, AFP/rts

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