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Schon 70 getötete Kinder Israel baut sich eine Pufferzone

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Israelische Soldaten ruhen an ihren Panzern aus.

(Foto: REUTERS)

Im bewaffneten Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern sind inzwischen weit mehr als 300 Menschen im Gazastreifen getötet worden, darunter Dutzende Kinder. Mit einer Art Pufferzone will sich Israel vor Attacken aus dem Gazastreifen schützen.

Israelische Panzer und Bulldozer sind im Osten des Gazastreifens knapp drei Kilometer auf palästinensisches Gebiet vorgedrungen. Dort wurden nach Militärangaben 13 Tunnel zerstört, durch die Extremisten der Hamas wiederholt versucht hatten, nach Israel zu gelangen. De facto gebe es im Osten des Gazastreifens eine Pufferzone, sagte ein Militärsprecher.

Der Einsatz wurde fortgesetzt, die israelischen Soldaten werden aber wohl nicht dauerhaft im Gazastreifen bleiben. "Ich kann nicht versprechen, dass wir, wenn wir das Gebiet verlassen, alle Tunnel zerstört haben werden", sagte der Militärsprecher.

Seit Beginn der Offensive am 8. Juli wurden nach palästinensischen Angaben mindestens 318 Palästinenser getötet, darunter 70 Kinder. Allein seit die israelische Armee am Donnerstagabend mit Bodentruppen vorgerückt ist, sind demnach 65 Menschen getötet worden. Nach Militärangaben wurden auch mehr als 95 Raketenwerfer zerstört. Mit der Bodenoffensive will Israel den Raketenbeschuss auf sein Staatsgebiet durch radikale Gruppen dauerhaft beenden.

Iron Dome verrichtet seine Arbeit

Kämpfer aus dem Gazastreifen schossen in der Nacht nach Militärangaben 18 Raketen auf israelisches Gebiet ab. Vier davon seien durch das Abwehrsystem "Iron Dome" abgefangen worden, die übrigen seien niedergegangen und hätten keinen Schaden angerichtet.

Das israelische Militär erklärte in der Nacht zu Samstag, es seien 17 palästinensische Extremisten getötet worden. Zudem sei ein Soldat durch Beschuss aus den eigenen Reihen ums Leben gekommen. Neben dem Soldaten wurde ein israelischer Zivilist beim Einschlag einer Rakete getötet. Palästinensische Ärzte sprachen von 20 getöteten Palästinensern, darunter 15 Kinder, in Beit Hanun im Norden und Chan Junis im Süden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wurde in der Region erwartet, um in Gesprächen mit den Konfliktparteien eine Waffenruhe zu erreichen. Der UN-Sicherheitsrat hatte zuvor die Angriffe der Hamas auf Israel während einer vereinbarten fünfstündigen humanitären Feuerpause verurteilt. Zugleich zeigte sich das Gremium besorgt über die massive Reaktion Israels.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP/dpa

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