Politik

"Zerstörung der Tunnel beenden" Israel bekräftigt Kampfeswillen

3k1x5831.jpg1578579905121348920.jpg

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, entschlossen.

(Foto: dpa)

Abschreckung mit Gewalt statt Abmachungen mit der Hamas - das ist die Absicht in Gaza, wie es aus der israelischen Regierung heißt. Ministerpräsident Netanjahu berichtet über große Fortschritte bei der Zerstörung der Tunnel. Der Einsatz der Armee könnte aber noch länger dauern.

Dreieinhalb Wochen nach Beginn der israelischen Militäroffensive ist eine diplomatische Lösung des Gaza-Konflikts in weite Ferne gerückt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte eine Fortsetzung der Operation in dem Palästinensergebiet an. "Die Armee wird so lange im Einsatz sein, bis sie ihre Arbeit getan hat", sagte er.

Eines der Hauptziele, die Vernichtung der Angriffstunnel der radikal-islamischen Hamas, sei bald erreicht. "Wir sind dabei, die Zerstörung der Tunnel zu vollenden." Danach werde Israel die Lage neu bewerten und weitere Schritte entsprechend seinen Sicherheitsbedürfnissen unternehmen, fügte Netanjahu hinzu.

Schon zuvor war deutlich geworden, dass nach der Entführung eines israelischen Soldaten im Gazastreifen diplomatische Bemühungen um eine Waffenruhe immer schwieriger werden. "Mit der Hamas über einen Waffenstillstand zu reden, hat keinen Sinn", sagte ein hoher israelischer Regierungsbeamter der Zeitung "Haaretz". Ob der entführte 23 Jahre alte Leutnant Hadar Goldin überhaupt noch am Leben ist, ist unklar.

Die israelische Armee geht davon aus, dass Goldin von Palästinensern entführt wurde. Die israelische Armee sucht mit einem massiven Militäreinsatz nach dem Soldaten. Netanjahu sagte: "Israel wird alles Menschenmögliche tun, um seine vermissten Soldaten wieder nach Hause zu bringen." Israel begann damit, einige Truppen aus Wohngebieten im Gazastreifen zurückzuziehen. Die Grenze zu Israel überquerten sie dabei noch nicht, wie israelische Medien berichteten. Dennoch könnte es sich um erste Anzeichen für ein Zurückfahren der Offensive handeln.

Ende des Einsatzes weiter offen

Wie die Medien berichten, könnte das Militär innerhalb der nächsten 24 Stunden den Vollzug der vollständigen Zerstörung der Hamas-Tunnel bekanntgeben. In der Folge könnte Israel den Militäreinsatz im Gazastreifen auch beenden, ohne zuvor mit der Hamas eine Waffenruhe vereinbart zu haben. "Wir werden die Zerstörung der Tunnel beenden und unsere Politik gegenüber Gaza auf Abschreckung gründen und nicht auf Abmachungen mit der Hamas", zitierten die "Haaretz" und das israelische online-Portal "ynet.news" einen hohen Regierungsbeamten.

Der bewaffnete Arm der Hamas, die Al-Kassam-Brigaden, bestritt, den Soldaten in seine Gewalt gebracht zu haben. Israel hatte nach dem Zwischenfall die Waffenruhe für gescheitert erklärt und seine Angriffe verstärkt. Innerhalb von 24 Stunden griff die Armee nach eigenen Angaben mehr als 200 Ziele in dem Palästinensergebiet an. Demnach wurden unter anderem fünf Moscheen getroffen. Sie seien von der Hamas als Übungsgelände und Kommandozentralen genutzt worden.

Das israelische Militär flog auch einen Luftangriff auf die Islamische Universität in Gaza. In einem Gebäude der Einrichtung wurden nach israelischen Angaben Waffen hergestellt. Unterdessen dürfen die Bewohner von Beit Lahia im nördlichen Gazastreifen in ihre Häuser zurückkehren, wie die israelische Armee mitteilte.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi rief die Konfliktparteien dazu auf, sich so schnell wie möglich einer früheren ägyptischen Waffenstillstandsinitiative anzuschließen. "Wenn wir Zeit verlieren, wird die Situation komplizierter", erklärte er in Kairo.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden in Gaza seit dem 8. Juli mindestens 1650 Palästinenser getötet. Rund 8900 Menschen wurden demnach verletzt. Laut UN-Nothilfeorganisation Ocha hat die Gewalt fast jeden vierten Einwohner im Gazastreifen in die Flucht getrieben. Mehr als 254.000 der 1,8 Millionen Palästinenser hätten Zuflucht in eine der 90 UN-Unterkünfte gesucht. Auf israelischer Seite wurden mindestens 63 Soldaten und drei Zivilisten getötet.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema