Politik

Angst vor den arabischen Nachbarn Israel holt Botschafter zurück

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Aufgeheizte Stimmung in Amman: Jordanier richten Schmährufe gegen die USA und Israel.

(Foto: REUTERS)

Der Arabische Frühling wird zur Bedrohung für Israel. Ausgerechnet in Ägypten, das als erster arabischer Staat mit Israel Frieden schloss, brennen Flaggen mit dem Davidstern; der Mob stürmt die Botschaft. Aus Furcht vor einem Flächenbrand zieht Israel seine Botschafter nun aus allen arabischen Nachbarstaaten ab – zuletzt aus Jordanien.

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Proteste vor der US-Botschaft in Amman.

(Foto: AP)

Israel hat nun auch seinen letzten Botschafter in einem arabischen Nachbarland abgezogen. Israelische und arabische Medien berichteten, Daniel Nevo, der israelische Repräsentant in Jordanien, sowie die meisten Diplomaten seien in ihr Heimatland zurückgekehrt. Nur wenige Mitarbeiter sollten in der Botschaft verbleiben.

Den Medienberichten zufolge ist Hintergrund der Entscheidung die Furcht vor Ausschreitungen wie in Ägypten, wo am Wochenende Tausende von Menschen die israelische Botschaft gestürmt hatten. Drei Ägypter wurden dabei getötet und etwa 1000 verletzt. Die israelischen Diplomaten wurden in einer dramatischen Rettungsaktion ausgeflogen. Israel betonte allerdings, der Botschafter sollte bald an seinen Posten zurückkehren.

Der Davidstern brennt

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Beim Sturm auf die israelische Botschaft in Kairo.

(Foto: AP)

Die Erstürmung der Botschaft war der schwerste Zwischenfall, seit Israel nach seinem Friedensschluss mit Ägypten 1979 – dem ersten mit einem arabischen Land – in Kairo eine Vertretung eröffnet hatte. Vor der Botschaft hatte es in den vergangenen Wochen mehrfach Proteste gegeben. Der Angriff auf die israelische Vertretung wurde international scharf verurteilt.

Hintergrund der gewaltsamen Proteste ist der Tod von fünf ägyptischen Grenzpolizisten an der ägyptisch-israelischen Grenze Mitte August. Israelische Sicherheitskräfte hatten sie getötet, als sie nach einer Serie von Anschlägen im Süden Israels Jagd auf mutmaßliche Extremisten machten. Der Vorfall löste eine schwere diplomatische Krise zwischen Israel und Ägypten aus.

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Die aufgebrachte Menge reißt eine Mauer zum Schutz des Gebäudes nieder.

(Foto: REUTERS)

Zudem hatten sich die ägyptischen Muslimbrüder für eine "Überprüfung" der Beziehungen zu Israel ausgesprochen. Sie forderten, die dem Nachbarland zu Vorzugspreisen gewährten Erdgaslieferungen einzustellen. Israel müsse verstehen, dass sich Ägypten seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak im Februar verändert habe und sich die Region insgesamt verändern werde, erklärte die islamistische Bewegung. Deshalb gebe es "keinen Platz mehr für Israels Arroganz und Aggression".

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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