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"Was sich vor einigen Tagen ereignet hat (...), ist ein weiterer Beweis, dass wir meinen, was wir sagen", sagt Israels Verteidigungsminister Barak.
"Was sich vor einigen Tagen ereignet hat (...), ist ein weiterer Beweis, dass wir meinen, was wir sagen", sagt Israels Verteidigungsminister Barak.(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 03. Februar 2013

Assad äußert sich zu Luftangriff: "Israel will Syrien destabilisieren"

Bisher hatte Israel nichts zu den Berichten gesagt. Nun bestätigt Verteidigungsminister Barak einen Angriff auf syrische Militäreinrichtungen - zumindest indirekt. Syriens Präsident Assad bezeichnet den Luftschlag als entlarvend. US-Senator McCain schlägt unterdessen vor, mit Patriot-Raketen syrische Jets abzuschießen.

Der syrische Staatschef Baschar al-Assad hat Israel vorgeworfen, Syrien destabilisieren zu wollen. Der vor einigen Tagen ausgeführte israelische Luftangriff in Syrien "entlarvt die wahre Rolle, die Israel in Zusammenarbeit mit feindlichen ausländischen Kräften und deren Agenten auf syrischem Boden spielt", sagte Assad laut Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Sana. Israel wolle Syrien "destabilisieren und schwächen", sagte er demnach bei einem Treffen mit dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili in der Hauptstadt Damaskus.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak bestätigte auf der Münchner Sicherheitskonferenz indirekt die Berichte über den israelischen Angriff auf syrische Militäreinrichtungen. "Was sich vor einigen  Tagen ereignet hat (...), ist ein weiterer Beweis, dass wir meinen,  was wir sagen", sagte Barak. Israel sei der Meinung, dass die Lieferung  moderner Waffensysteme in den Libanon "nicht erlaubt sein sollte".

Die syrische Armee hatte Israel vorgeworfen, am Mittwoch ein militärisches Forschungszentrum in der Ortschaft Dschamraja nördlich der Hauptstadt Damaskus angegriffen zu haben.  Israel hatte sich bislang nicht zu den Berichten über den Angriff geäußert. Die Regierung hatte sich in der Vergangenheit aber wiederholt besorgt darüber gezeigt, dass Chemiewaffen aus  syrischen Beständen in die Hände der Hisbollah-Miliz im Libanon  geraten könnten.

McCain: Assads Luftwaffe zerstören

US-Senator John McCain fordert nun die Zerstörung der syrischen Luftwaffe. McCain sagte auf der Münchener Sicherheitskonferenz, man könne dem Bürgerkrieg nicht weiter tatenlos zusehen. ""Tatsache ist, es gibt Optionen", sagte er. "Die Nato hat 'Patriot'-Raketen in der Türkei stationiert, die in der Lage sind, syrische Flugzeuge so weit südlich wie Aleppo abzuschießen."

Der Senator brachte auch taktische Marschflugkörper (Cruise Missiles) ins Spiel, um startende syrische Kampfjets abzuschießen. Ein solches Vorgehen mache einen Sicherheitsratsbeschluss über die Errichtung einer Flugverbotszone unnötig. Dies würde den Bürgerkrieg zwar nicht stoppen, aber sicher Menschenleben retten, sagte McCain, der als Präsidentschaftskandidat der Republikaner 2008 gegen Barack Obama verloren hatte.

Deutsche Patriots nicht zum Angriff

Deutschland, die USA und die Niederlande haben jeweils zwei Patriot-Staffeln in der Türkei stationiert, um das Land vor Raketen aus Syrien zu schützen. Die Durchsetzung einer Flugverbotszone mit den deutschen Patriots hat die Bundesregierung ausdrücklich ausgeschlossen und betont, das System diene nur der Verteidigung. In Libyen war die Einrichtung einer Flugverbotszone der Beginn des internationalen Einsatzes. Ein Staatenbündnis um Frankreich bombardierte daraufhin die libyschen Streitkräfte und deckte damit den Vormarsch der Rebellen, die Staatschef Muammar Gaddafi schließlich stürzten.

Russland, das der Resolution des UN-Sicherheitsrates zugestimmt hatte, fühlte sich durch dieses Vorgehen betrogen. Im Falle Syriens blockiert das Land mit seinem Veto ein Vorgehen des Sicherheitsrates gegen Assad.

Quelle: n-tv.de

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