Politik

Der Affenfelsen bleibt ganz Ja zur britischen Souveränität

Fast 99 Prozent der rund 21.000 Wähler auf dem so genannten Affenfelsen Gibraltar haben in einem Referendum eine Teilung der bisherigen britischen Souveränität mit Spanien abgelehnt. Gibraltars Regierungschef Peter Caruana feierte das Ergebnis als "Sieg der Demokratie".

"Das Ergbnis hat gezeigt, dass wir nicht zu Spanien gehören wollen und das Recht haben, selbst über unsere Zukunft zu entscheiden", sagte Caruana. Nur 187 Wähler hatte bei der Volksabstimmung für eine Aufteilung der Souveränität gestimmt. Die Wahlbeteiligung lag bei 88 Prozent.

Die britische und die spanische Regierung hatten die Volksabstimmung bereits im Vorfeld für ungültig erklärt und angekündigt, dass Ergebnis nicht anzuerkennen. Stattdessen wollen die Regierungschefs Tony Blair und Jos Mara Aznar nach Informationen der Madrider Zeitung "El Mundo" ihre Verhandlungen über den künftigen Status Gibraltars sogar beschleunigen.

Noch in diesem Jahr wollten sie ein Übereinkommen über eine britisch-spanische Co-Souveränität erzielen, hieß es. Auf eine solche Formel hatten sich beide Länder nach jahrelangen Verhandlungen im Juli im Grundsatz verständigt. London will die Bevölkerung der Kolonie aber erst dann über den künftigen Status abstimmen lassen, wenn ein Abkommen mit Spanien unterzeichnet ist.

Das jetzige Referendum wurde von der Regierung Gibraltars abgehalten. Regierungschef Caruana wollte damit eine Einigung bei den Gesprächen zwischen London und Madrid verhindern. "Bei einer Co-Souveränität hätten wir künftig zwei Kolonialmächte statt einer", begründete er das Vorgehen.

Statt Spanien ein Mitspracherecht einzuräumen, strebt Gibraltar das Ende des Kolonialstatuts und das Recht auf Selbstbestimmung an, ohne aber die enge Bindung an Großbritannien aufzugeben. 1967 hatten sich die Bewohner Gibraltars bei einer Abstimmung mit 99,6 Prozent dafür ausgesprochen, dass die Besitzung weiter britisch bleibt.

Gibraltar gehört seit 1713 zu Großbritannien. Spanien erhebt seitdem Anspruch auf die Kolonie mit derzeit 27.000 Einwohnern.

Quelle: ntv.de