Politik

Unabhängiger von Atomenergie Japan denkt um

Die Atomkatastrophe von Fukushima könnte als der Punkt in die japanische Geschichte eingehen, an dem die Abkehr von der Kernenergie ihren Anfang nahm. Ministerpräsident Kan skizziert eine Gesellschaft, "die auf Atomenergie verzichten kann". Ganz neue Töne aus Tokio.

Angesichts der Atomkatastrophe von Fukushima vor vier Monaten will Japan auf eine Zukunft ohne Atomenergie hinarbeiten. Regierungschef Naoto Kan sprach sich für ein Umdenken in der Energiepolitik des Landes aus. "Wir müssen eine Gesellschaft entwickeln, die auf Atomenergie verzichten kann", sagte er in Tokio. Japan müsse angesichts der "großen Gefahr von Nuklearunfällen" schrittweise seine Abhängigkeit vom Atomstrom verringern. Ziel sei es, durch die Förderung erneuerbarer Energien langfristig auf Atomkraft verzichten zu können. Das Parlament werde vermutlich am Donnerstag mit den Beratungen über ein Gesetz zu den alternativen Energien beraten. Einen Zeitplan für den Atomausstieg nannte Kan aber nicht.

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Kan wirbt für einen anderen Weg.

(Foto: AP)

Die Atomenergie ist derzeit noch der zentrale Pfeiler der Energieversorgung in Japan. Vor der Fukushima-Katastrophe wollte das Land den Anteil der Atomkraft an der Stromerzeugung bis 2030 von rund 30 Prozent auf 50 Prozent erhöhen. Japan will AKW wieder anfahren . Die Industrie befürchtet deshalb, dass in den Sommermonaten Stromausfälle die immer noch schwächelnde japanische Wirtschaft weiter bremsen könnten.

Am 11. März hatten ein Beben der Stärke 9,0 und eine nachfolgende Tsunamiwelle im Nordosten Japans verheerende Schäden angerichtet. Durch die Naturgewalten war im Atomkraftwerk Fukushima die größte Atomkatastrophe seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl vor 25 Jahren ausgelöst worden.

Quelle: n-tv.de, AFP

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