Politik

Beobachter befürchten Eskalation im Inselstreit Japan und Südkorea reagieren gereizt

Der Inselstreit zwischen China und Japan fördert weitere Konflikte in der Region zutage. Längst geht es nicht mehr nur um die Senkaku-Inseln. Japan und Südkorea tun es den USA gleich und schicken Militärflugzeuge durch die umstrittene Region.

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Der südkoreanische Vize-Verteidigungsminister Baek Seung Joo und der chinesische General Wang Guangzhong sind sich im Inselstreit nicht so einig, wie sie aussehen.

(Foto: dpa)

Chinas neue Zone zur Luftraumüberwachung im Ostchinesischen Meer heizt inzwischen gleich mehrere Territorialstreitigkeiten in der Region an. In offener Missachtung der Militärzone haben Südkorea und Japan jeweils Militärflugzeuge in das Gebiet geschickt, ohne Peking vorher zu informieren. Ähnlich wie nach dem Überflug von amerikanischen B52-Bombern am Vortag reagierte China zurückhaltend.

China identifiziere Flugzeuge in der Zone und habe die Situation "unter Kontrolle", sagte ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums. Zwischenfälle sind nicht gemeldet worden. Es habe keine "besonderen" Reaktionen Chinas gegeben, teilte auch ein japanischer Regierungssprecher mit. Japan betreibt in dem umstrittenen Gebiet sei den 1960er Jahren eine eigene Luftverteidigungszone.

Beim "strategischen Dialog" zwischen Südkorea und China machten die Südkoreaner auch auf dem diplomatischen Parkett deutlich, dass sie die neue Zone nicht anerkennen. Das Gebiet reiche in den südkoreanischen Überwachungsgürtel hinein, beschwerte sich Vize-Verteidigungsminister Baek Seung Joo. Auch schließe Chinas Zone einen von Südkorea kontrollierten Felsen ein. China wies die Forderung Südkoreas, seine Luftüberwachungszone zu verlegen, zurück. Beobachter befürchten, dass sich der Streit um die Überwachungszone nun noch mehr verschärfen wird.

China schickt Flugzeugträger gen Süden

China unterstreicht mit der neuen Flugüberwachungszone seinen Anspruch auf die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer, die faktisch unter japanischer Verwaltung steht. In dem Seegebiet soll es reiche Fischgründe und Rohstoffvorkommen geben. Die Region gilt als Passage für Chinas Marine zum Pazifik außerdem als strategisch bedeutsam.

Der Streit betrifft inzwischen auch Inseln im Südchinesischen Meer, auf die China ebenfalls Anspruch erhebt. Argwöhnisch beobachtet wird deshalb der chinesische Flugzeugträger "Liaoning", der an Taiwan und Chinas Küste vorbei Kurs ins Südchinesische Meer genommen hat. Chinas Marine sprach von einem "normalen" Einsatz des Flugzeugträgers, der allein Ausbildungszwecken diene.

Vize-Präsident der USA will sich bei China beschweren

Die Regierung der USA rief derweil amerikanische Fluggesellschaften auf, vorerst alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, bis die Regeln für kommerzielle Flugzeuge geklärt seien. Japanische Airlines hingegen wollen - wie die Regierung in Tokio - die neue Zone im Ostchinesischen Meer nicht respektieren.

Die chinesischen Machtdemonstrationen im Ost- und Südchinesischen Meer fallen zusammen mit dem Besuch des amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden in Japan, China und Südkorea in der kommenden Woche. Er reist nach Peking, um die Besorgnis der USA über die Militärzone vorzubringen. Die USA wollen wissen, ob die neuen Regeln auch für kommerzielle Flugzeuge gelten. "In der Zwischenzeit raten wir unseren Fluggesellschaften, alle Schritte zu ergreifen, die sie als notwendig erachten, um in der Region des Ostchinesischen Meeres sicher zu fliegen", sagte eine Außenamtssprecherin in Washington.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

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